Forschungsgruppe THOP

Weiterentwicklung und Evaluation des Therapieprogramms für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten

Ziel des Projektes ist die Weiterentwicklung und Evaluation des Therapieprogramms für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten, dessen Wirksamkeit in mehreren Studien von verschiedenen Forschungsgruppen bereits belegt worden ist. Dieses Projekt hat zum Ziel, Teilinterventionen von THOP zu evaluieren und das Therapieprogramm weiter zu entwickeln und diese Weiterentwicklungen zu evaluieren.

Bislang wurde in einer multizentrischen Studie die Wirksamkeit von THOP bei Kindern mit ADHS, deren Mütter ebenfalls an ADHS leiden, evaluiert (Hautmann et al., 2018). Dabei konnten während der Durchführung von THOP nach einer Behandlung der ADHS-Symptomatik der Mütter zusätzliche Verminderungen von externaler Symptomatik bei den Kindern nachgewiesen werden. Außerdem wurde ein Gruppenprogramm für Eltern von Kindern mit ADHS und expansivem Problemverhalten entwickelt, erprobt und publiziert (Kinnen et al., 2016; Döpfner et al.,2016).

Finanzierung

  • Ausbildungsinstitut für Kinder- Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP)
  • Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Uniklinik Köln
Publikationen

Banaschewski, T., Coghill, D., Danckaerts, M., Döpfner, M., Rohde, L., Sergeant, J. A., Sonuga-Barke, E. J. S., Taylor, E., & Zuddas, A. (Hrsg.). (2010). ADHD and Hyperkinetic Disorder. Oxford: Oxford University Press.

Berk, E., Plück, J., & Döpfner, M. (2008). Zufriedenheit der Eltern mit Elterngruppen auf der Grundlage des Therapieprogramms THOP in der klinischen Versorgung von Kindern mit ADHS-Symptomatik. Verhaltenstherapie mit Kindern und Jugendlichen - Zeitschrift für die psychosoziale Praxis, 4, 99-108.

Döpfner, M. (2009). Hyperkinetische Störung und oppositionelles Trotzverhalten. In S. Schneider & J. Margraf (Hrsg.), Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Band 3: Störungen im Kindes- und Jugendalter. (S. 429 - 452). Berlin: Springer-Verlag.

Döpfner, M. (2010). Psychosocial and other non-pharmacological treatments. In Tobias Banaschewski, David Coghill, Marina Danckaerts, Manfred. Döpfner, Luis Rohde, Joseph A. Sergeant, Edmund J.S. Sonuga-Barke, Eric Taylor & Alessandro Zuddas (Hrsg.), ADHD and Hyperkinetic Disorder (S. 77 - 90). Oxford: Oxford University Press.

Döpfner, M., Frölich, J., & Lehmkuhl, G. (2013). Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 1. (2. überarb. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

Döpfner, M., & Görtz-Dorten, A. (2012). Diagnostikmodul des ADHS-Kinder-Diagnostik- und Schulungssystems (ADHS-KiDiS). Mappe mit Handanweisung und Fragebögen. Köln: Universität zu Köln.

Döpfner, M., Kinnen, C., & Halder, J. (2012). ADHS-KiDiS. ADHS-Kinder-Diagnostik- und Schulungssystems. Trainerhandbuch mit CD-ROM. Köln: Universität zu Köln.

Döpfner, M., Kinnen, C. & Halder, J. (2016). THOP-Elternprogramm - Manual für Gruppenleiter. Gruppenprogramm für Eltern von Kindern mit ADHS-Symptomen und expansivem Problemverhalten. Weinheim: Beltz

Döpfner, M., Schürmann, S., & Frölich, J. (2019). Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP). (6. Aufl.). Weinheim: Beltz.

Döpfner, M., Schürmann, S., & Lehmkuhl, G. (2017). Wackelpeter und Trotzkopf. Hilfen für Eltern bei ADHS-Symptomen, hyperkinetischem und oppositionellem Verhalten (5. überarb. Aufl.). Weinheim: Beltz.

Döpfner, M., Schürmann, S., & Wolff Metternich, T. (2006). Das Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) und davon abgeleitete Programme. In F.J. Schermer & A. Weber (Hrsg.), Methoden der Verhaltensänderung: komplexe Interventionsprogramme (S. 11-36). Stuttgart: Kohlhammer.

Döpfner, M., & Sobanski, E. (2010). Multimodale Therapie. In H.-C. Steinhausen, A. Rothenberger & M. Döpfner (Hrsg.), Handbuch ADHS. Grundlagen, Klinik, Therapie und Verlauf der  Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (S. 272-288). Stuttgart: Kohlhammer.

Frölich, J., Döpfner, M., & Banaschewski, T. (2014). ADHS in Schule und Unterricht. Pädagogisch-didaktische Ansätze im Rahmen des multimodalen Behandlungskonzepts. Stuttgart: Kohlhammer.

Hautmann, C., Döpfner, M., Katzmann, J., Schürmann, S., Wolff Metternich-Kaizman, T., Jaite, C., Kappel, V., Geissler, J., Warnke, A., Jacob, C., Hennighausen, K., Haack-Dees, B., Schneider-Momm, K., Philipsen, A., Matthies, S., Rösler, M., Retz, W., Gontard, A. v., Sobanski, E., Alm, B., Hohmann, S., Häge, A., Poustka, L., Colla, M., Gentschow, L., Freitag, C. M., Becker, K., & Jans, T. (2018). Sequential treatment of ADHD in mother and child (AIMAC study): importance of the treatment phases for intervention success in a randomized trial. BMC Psychiatry. doi: 10.1186/s12888-018-1963-9

Jans, T., Jacob, C., Warnke, A., Zwanzger, U., Gross-Lesch, S., Matthies, S., Borel, P., Hennighausen, K., Haack-Dees, B., Rosler, M., Retz, W., von Gontard, A., Hanig, S., Sobanski, E., Alm, B., Poustka, L., Hohmann, S., Colla, M., Gentschow, L., Jaite, C., Kappel, V., Becker, K., Holtmann, M., Freitag, C., Graf, E., Ihorst, G., & Philipsen, A. (2015). Does intensive multimodal treatment for maternal ADHD improve the efficacy of parent training for children with ADHD? A randomized controlled multicenter trial. J Child Psychol Psychiatry, 56, 1298 -1313. doi: 10.1111/jcpp.12443

Kinnen, C., Halder, J., & Döpfner, M. (2012). ADHS-KiDiS. ADHS-Kinder-Diagnostik- und Schulungssystem. Elternschulungsmodul. Arbeitsbuch für Eltern. Köln: Universität zu Köln.

Kinnen, C., Halder, J. & Döpfner, M. (2016). THOP-Elternprogramm - Arbeitsbuch für Eltern. Gruppenprogramm für Eltern von Kindern mit ADHS-Symptomen und expansivem Problemverhalten. Weinheim: Beltz.

Schürmann, S., & Döpfner, M. (2010). Psychoedukation. In H.-C. Steinhausen, A. Rothenberger & M. Döpfner (Hrsg.), Handbuch ADHS. Grundlagen, Klinik, Therapie und Verlauf der  Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (S. 258-271). Stuttgart: Kohlhammer.

Steinhausen, H.-C., Rothenberger, A., & Döpfner, M. (Hrsg.). (2010). Handbuch ADHS. Grundlagen, Klinik, Therapie und Verlauf der Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung Stuttgart: Kohlhammer.

Wolff Metternich, T., & Döpfner, M. (2010). Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen. In H.-C. Steinhausen, A. Rothenberger & M. Döpfner (Hrsg.), Handbuch ADHS. Grundlagen, Klinik, Therapie und Verlauf der  Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (S. 335-350). Stuttgart: Kohlhammer.

Zentrales adhs-netz (Hrsg.). (2012). Diagnostik und Therapie von ADHS bei Kindern und Jugendlichen. Leitlinienbasiertes Protokoll. Göttingen: Hogrefe.

Dissertationen

Braun, S. (2018). Entwicklung und Evaluation des Therapieprogramms zur Steigerung von Organisationsfähigkeit, Konzentration und Impulskontrolle bei Kindern mit ADHS: THOKI-ADHS. Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln.

Mayadali-Kirschbaum, D. (2019). Wirksamkeit eines kindzentrierten Spieltrainings bei drei- bis sechsjährigen Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung. Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln. (Dr. rer. medic.)

Aktuelle Teilprojekte

THOP-1: Wirksamkeit des Spieltrainings bei Vorschulkindern mit ADHS

Evaluation des Spieltrainings und des Elterntrainings von THOP bei drei- bis sechsjährigen Kindern mit ADHS

Forschungsteam
Deniz Mayadali-Kirschbaum, Claudia Kinnen, Tanja Wolff Metternich-Kaizman (koordinierend), Stephanie Schürmann, Anja Görtz-Dorten, Nicole Benien, Judith Steiger und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Das Therapieprogramm THOP ist bislang hauptsächlich bei Kindern im Schulalter evaluiert worden. Bausteine, die primär für Kinder im Vorschulalter entwickelt wurden, sind bislang kaum untersucht. Ziel des Projektes ist es, die Wirksamkeit des Spieltrainings bei Kindern mit ADHS im Alter von drei bis sechs Jahren zu überprüfen und die zusätzlichen Effekte der Komponenten des Elterntrainings zu untersuchen.

Methoden
Etwa 40 Kinder im Alter von 3-6 Jahren mit der Diagnose einer ADHS und einer verminderten Fähigkeit zum ausdauernden Spiel sollen in diese Studie eingeschlossen werden. Die Rekrutierung der Kinder erfolgt über Presseberichte zur Studie, systematische Screenings in Kindergärten sowie aus der Inanspruchnahmepopulation der AKIP-Psychotherapie-Ambulanz. Die Kinder werden per Zufall entweder der Interventionsgruppe oder einer Kontrollgruppe zugewiesen, in der ebenfalls eine spielbasierte, jedoch weniger strukturierte, Intervention im Gruppenformat (Spielgruppe) durchgeführt wird. Nach einer differenzierten Eingangsdiagnostik sollen 15 Sitzungen des Spieltrainings nach THOP zunächst mit dem Kind alleine, später mit Mutter/ Bezugsperson und Kind in einem Zeitraum von vier Monaten durchgeführt werden. Danach sollen weitere 15 Sitzungen nach THOP mit Schwerpunkt Elterntraining durchgeführt werden. Die Effekte des Spieltrainings sollen im Parallelgruppendesign im Vergleich zu der alternativen Intervention (Spielgruppe) erfasst werden. Die zusätzlichen Effekte des THOP-Elterntrainings sollen durch den Vergleich der Veränderungen in der ersten Phase (Spieltraining) und der zweiten Phase (Elterntraining) erfolgen.

Ergebnisse
In die vorliegende Zwischenanalyse konnten N=34 Kinder einbezogen werden (27 Jungen/ 7 Mädchen), Alter M=4,2 Jahre; N=18 Interventions-, N=16 Kontrollgruppe. Varianzanalysen ergaben: Im Elternurteil sind in beiden Gruppen signifikante Verbesserungen der Spielausdauer und -intensität sowie der ADHS Symptomatik abzulesen. Bei Postmessung unterscheiden sich die Skalen zu Spielausdauer und -intensität sowie zu ADHS Symptomen. Trotz teils deutlicher Tendenzen wird in der bisherigen Stichprobe kein Interaktionseffekt zwischen den Gruppen erzielt. Im Erzieherurteil kommt es in beiden Gruppen nur zu deutlichen Verbesserungen auf der Skala ADHS Symptome. Für diese Skala ergibt sich darüber hinaus ein Interaktionseffekt, der die Hypothese unterstützt, dass sich in der Interventionsgruppe eine signifikant stärkere Reduktion der ADHS Symptome zeigt, als in der Kontrollgruppe. Auch für die Skala „Mangel an Spielausdauer und -intensität zeigt sich ein deutlicher, jedoch nicht signifikanter Effekt im Erzieherurteil (Mayadali-Kirschbaum, 2019).

THOP-3: Therapieprogramm zur Steigerung von Organisationsfähigkeit, Konzentration und Impulskontrolle (THOKI-ADHS)

Entwicklung und Evaluation eines Therapieprogramms zur Steigerung von Organisationsfähigkeit, Konzentration und Impulskontrolle bei Kindern mit ADHS: (THOKI-ADHS)

Forschungsteam
Sonja Braun (federführend), Tanja Wolff Metternich-Kaizman und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Aufgrund begrenzter Ressourcen und Kooperationsmöglichkeiten von Eltern und Lehrer sind umfeldzentrierte Interventionen mitunter schwer umsetzbar. Zudem fokussieren die Erwartungen von Bezugspersonen und praktische Voraussetzungen des Gesundheitssystems häufig kindzentrierte Ansätze. Somit scheinen der Einsatz und die weitere Erforschung alternativer kindzentrierter Behandlungsansätze notwendig. In Anlehnung an das Therapieprogramm THOP sollen kindzentrierte Interventionen weiterentwickelt und in einer Pilotstudie evaluiert werden. Es soll eine ökologisch valide Intervention entstehen, die im Rahmen einer ambulanten Einzeltherapie durchführbar ist, die individualisiert spezifische Störungen und Situationen identifiziert und behandelt, die möglichst nah an realen und relevanten Alltagssituationen ansetzt, die Methoden des Stimulus-, Selbst- und des Kontingenzmanagements einbezieht und die über die Einbeziehung der Eltern und durch Transfer-Aufgaben die Generalisierung auf den Alltag zusätzlich betont.

Methoden
Die Wirksamkeit und die Anwendbarkeit wird in einer Pilotstudie an N=15 Patienten (6-12 Jahre) im Eigenkontrollgruppen-Design mit 4 Messzeitpunkten überprüft. Nach einer Wartezeit von sechs Wochen folgt die Interventionszeit mit 24 Einzeltherapiekontakten und anschließend wird nach drei Monaten ein Follow-Up erhoben. Die Wirksamkeitsprüfung erfolgt mittels Multilevel Modelling im Vergleich der Steigungen zwischen den einzelnen Messphase gegen die Nulllinie als auch zwischen der Warte- und Therapiephase. Als Messinstrumente werden unter anderem diagnostische Breitbandverfahren, wie die Child Behavior Checklist (CBCL), störungsspezifische Fragebogen aus dem Diagnostik-System für psychische Störungen für Kinder und Jugendliche DISYPS-II (FBB-ADHS) sowie eine computergestützte neuropsychologische Testbatterie (TAP) eingesetzt.

Ergebnisse
Auf den Kernvariablen der ADHS-Symptomatik (FBB-ADHS) bzw. belasteter Situationen (HSQ-D) zeigen sich in der Therapiephase durchgängig signifikante Verringerungen der Problematik (p≤.05; ES von -.33 bis -.97). Im Vergleich zur Wartephase kann ein Behandlungseffekt für die Skalen Hyperaktivität und Impulsivität bestätigt werden. Den erreichten Veränderungen auf den erfassten Dimensionen kann fast durchgängig Stabilität oder sogar eine weitere positive Entwicklung attestiert werden (Braun, 2018).

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