Ambulanz für Psychosomatische Störungen

Bei uns werden Kinder und Jugendliche behandelt, die unter verschiedenen Formen von körperbezogenen Symptomen in Verbindung mit psychischen Faktoren leiden. Dazu zählen Sauberkeitsstörungen, Tic-Störungen, Essstörungen, Übergewicht, Schmerzstörungen oder andere körperliche Symptome einschließlich chronische körperliche Erkrankungen mit psychischen Auffälligkeiten. 

Problematik

Sauberkeitsstörungen treten vor allem bei Kindern auf und können Einnässen tagsüber und / oder nachts sowie Einkoten umfassen. 

Tic-Störungen sind plötzlich einschießende Zuckungen, meist im Bereich des Gesichtes, des Kopfes oder der Schultern oder auch Lautäußerungen (z. B. Räuspern), die nur schwer unterdrückt werden können.

Essstörungen treten vor allem im Jugendalter auf und können sich in einer Nahrungsrestriktion und/oder anderen Verhaltensweisen zur Gewichtsreduktion äußern (übermäßige körperliche Aktivität, Erbrechen, Missbrauch von Abführ- oder Entwässerungsmitteln usw.). Bei einigen Jugendlichen kommt es im Verlauf auch zu Heißhungerattacken mit oder ohne kompensatorischem Erbrechen. Fließende Übergänge zwischen verschiedenen Essstörungen sind bei chronischen Verläufen nicht selten. Auch Ängste und depressive Zustände können zusätzlich auftreten. Übergewicht geht häufig mit psychischen Störungen einher, die ebenfalls psychotherapeutisch behandelt werden. 

Kinder und Jugendliche können zudem körperliche Beschwerden entwickeln, ohne dass dafür eine organische Ursache erkennbar ist und manche Kinder oder Jugendliche mit einer körperlichen Erkrankung können zusätzliche Beschwerden entwickeln. Zu den häufigsten körperlichen Beschwerden zählen Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Bauchschmerzen und Übelkeit.

Diagnostik

Die Diagnostik umfasst neben einer ausführlichen Exploration des Kindes oder Jugendlichen, der Eltern und ggf. der Erzieher / Lehrer des Patienten eine ausführliche psychologische Diagnostik, in der auch Fragebogenverfahren eingesetzt werden. Dabei werden auch die spezifischen psychosomatischen Symptome sowie auslösende und aufrechterhaltende Bedingungen herausgearbeitet. In Kooperation mit ärztlichen Kollegen werden die körperlichen Ursachen und Folgen bestimmt und es wird überprüft, ob eine ärztliche Mitbehandlung erforderlich ist. 

Therapie

Die multimodale kognitive Verhaltenstherapie der psychosomatischen Probleme und weiterer psychischer Auffälligkeiten erfolgt auf der Basis eines individuellen Störungs- und Behandlungskonzeptes, das patienten- und familienzentrierte Interventionen beinhaltet.

Bei der Behandlung von Störungen der Sauberkeitsentwicklung werden erprobte verhaltenstherapeutische Verfahren eingesetzt. Die Behandlung von Tics wird auf der Grundlage des in unserem Hause entwickelten Therapieprogramms für Tic-Störungen (THICS) durchgeführt und beinhaltet insbesondere Methoden zur Stressreduktion und zur sogenannten Reaktionsumkehr (habit reversal training). 

Bei der Behandlung von Essstörungen können Behandlungsbausteine für die Patienten verhaltenstherapeutische Maßnahmen zur Gewichtssteigerung, Ernährungsberatung sowie Selbstmanagement-Strategien zum Umgang mit schädlichen Verhaltensweisen zur Gewichtsreduktion sein. Weitere verhaltenstherapeutische Interventionen zielen auf das subjektive, verzerrte Körperbild der Patientinnen sowie auf Selbstwertprobleme, die ebenfalls häufige Begleitsymptome von Essstörungen sind. Kognitive Interventionen sollen verzerrte Denkmuster in Bezug auf die Themen Figur, Ernährung und das Selbstkonzept korrigieren. Einen zentralen Bestandteil vieler Behandlungen stellen auch Expositionen dar, in deren Rahmen sich die Patienten entweder mit bislang gemiedenen Nahrungsmitteln, dem eigenen Spiegelbild und/oder öffentlichen Situationen konfrontieren. 

Bei der Behandlung anderer psychosomatischer Symptomen, beispielsweise von Schmerzen werden ebenfalls gezielte Interventionen zur Symptombewältigung mit dem Kind oder dem/der Jugendlichen eingesetzt.

Bei allen psychosomatischen Symptomen werden in der Regel auch familienzentrierte Interventionen eingesetzt, welche beispielsweise die Psychoedukation der Bezugspersonen, Beratung und Anleitung im Umgang mit den psychosomatischen Symptomen oder weiteren psychischen Auffälligkeiten umfassen können. Falls eine medikamentöse Mitbehandlung indiziert ist, wird diese durch Kooperation mit ärztlichen Kollegen integriert.

Dr. rer. medic. Lydia Dachs

Dr. rer. medic. Lydia Dachs, Dipl.-Psych.

Psychologische Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

Dr. rer. medic. Katrin Woitecki

Dr. rer. medic. Katrin Woitecki, Dipl.-Psych.

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin
 

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