Forschungsgruppe KAMT

Langzeiteffekte der Kölner Adaptiven Multimodalen Therapiestudie bei Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen

In der Kölner Adaptiven Multimodalen Therapiestudie wurden 75 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren mit der Diagnose einer hyperkinetischen Störung ambulant behandelt. Nach einer sechswöchigen Phase der Psychoedukation und des Beziehungsaufbaus wurden die Patienten initial entweder verhaltenstherapeutisch (n=45) oder medikamentös mit Psychostimulanzien (n=28) behandelt (2 Abbrüche). Je nach individuellem Behandlungsverlauf wurde danach mit der jeweils anderen Interventionsform kombiniert. Dadurch wurde eine multimodale Therapie entsprechend dem jeweiligen Therapieverlauf durchgeführt. Insgesamt konnten bis zu 5 Behandlungsphasen mit jeweils 6 Sitzungen mit den Eltern und / oder dem Kind sowie begleitenden Lehrerkontakten durchgeführt werden. Im Verlauf der Intensivtherapie konnte eine deutliche Reduktion der Symptomatik belegt werden (Döpfner et al., 2004) und in nachfolgenden Katamnese-Untersuchungen nach 1,5 und nach 8 Jahren ließ sich eine weitgehende Stabilität der Therapieeffekte nachweisen (Döpfner et al., 2014, 2016; Schürmann et al., 2011, 2012). 

Finanzierung

  • Ausbildungs- und Forschungsinstitut für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP)
  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Uniklinik Köln 
Publikationen

Döpfner, M., Breuer, D., Schurmann, S., Metternich, T. W., Rademacher, C. & Lehmkuhl, G. (2004). Effectiveness of an adaptive multimodal treatment in children with Attention-Deficit Hyperactivity Disorder -- global outcome. European Child and Adolescent Psychiatry, 13 Suppl 1, I117-129.

Döpfner, M., Ise, E., Wolff Metternich-Kaizman, T., Schürmann, S., Rademacher, C., & Breuer, D. (2014). Adaptive multimodal treatment for children with Attention-Deficit-/ Hyperactivity Disorder: An 18 month follow-up. Child Psychiatry & Human Development 46, 44–56. doi: 10.1007/s10578-014-0452-8

Doepfner, M., Ise, E., Breuer, D., Rademacher, C., Wolff Metternich-Kaizman, T., & Schürmann, S. (2016). Long-term course after adaptive multimodal treatment for children with ADHD: An eight year follow-up. Journal of Attention Disorders (epub ahead of print). doi: 10.1177/1087054716659138

Döpfner, M., Schürmann, S. & Frölich, J. (2019). Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP). (6. Aufl.). Weinheim: Beltz.

Döpfner, M. & Sobanski, E. (2010). Multimodale Therapie. In H.-C. Steinhausen, A. Rothenberger & M. Döpfner (Hrsg.), Handbuch ADHS. Grundlagen, Klinik, Therapie und Verlauf der  Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (S. 272-288). Stuttgart: Kohlhammer.

Schürmann, S. & Döpfner, M. (2009). Psychoedukation. In H.-C. Steinhausen, A. Rothenberger & M. Döpfner (Hrsg.), Handbuch Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS). Stuttgart: Kohlhammer.

Schürmann, S., Breuer, D., Wolff Metternich-Kaizman, T., & Döpfner, M. (2012). Intellektuelle Fähigkeiten bei Jugendlichen mit früherer ADHS-Diagnose. Zusammenhänge zu aktuellen ADHS-Symptomen, Komorbidität und früherer Medikation: Ergebnisse der 8,5-Jahre-Katamnese der Kölner Adaptiven Multimodalen Therapiestudie (KAMT). Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 40, 51-60. 

Schürmann, S., Breuer, D., Metternich-Kaizman, T. W., & Döpfner, M. (2011). Die Entwicklung intellektueller Fähigkeiten bei Kindern mit ADHS im Langzeitverlauf - Ergebnisse der 8,5 Jahre-Katamnese der Kölner Adaptiven Multimodalen Therapiestudie (KAMT). Zeitschrift für Neuropsychologie, 22, 7 - 20. 

Wolff Metternich, T. & Döpfner, M. (2010). Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen. In H.-C. Steinhausen, A. Rothenberger & M. Döpfner (Hrsg.), Handbuch ADHS. Grundlagen, Klinik, Therapie und Verlauf der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (S. 335-350). Stuttgart: Kohlhammer.

Dissertationen

Breuer, D. (2002). Differentielle Effekte der multimodalen Therapie bei Kindern mit hyperkinetischer Störung. Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln. (Dr. rer. medic.)

Mandler, J. (2016). ADHS im jungen Erwachsenenalter. Langzeitverlauf der ADHS nach multimodaler Therapie: Eine 18-Jahres-Katamnese der Kölner Adaptiven Multimodalen Therapiestudie (KAMT). Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln.

Schürmann, S. (2012). Intellektuelle Leistungsfähigkeit bei Kindern und Jugendlichen mit ADHS. Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln. (Dr. rer. medic.)  

Aktuelle Teilprojekte

KAMT-3: 18-Jahres Katamnese multimodaler Therapie bei ADHS

18-Jahres Katamnese multimodaler Therapie von Kindern mit ADHS 

Forschungsteam
Dieter Breuer, Manfred Döpfner (federführend), Janet Mandler, Stephanie Schürmann, Tanja Wolff Metternich-Kaizman

Laufzeit
Vorraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Die behandelten Patienten sollen 18 Jahre nach Beendigung der kontrollierten Intensivtherapie nachuntersucht werden.

Methode
Zur Erfassung der ADHS-Symptomatik, komorbider Symptome und des Funktionsniveaus werden Interviews durchgeführt sowie Selbst- und Fremdbeurteilungsbogen eingesetzt. Die inzwischen jungen Erwachsenen im Alter von 22 bis 32 Jahren werden u.a. zum weiteren persönlichen und beruflichen Werdegang und zur Lebenszufriedenheit befragt und es werden ein Aufmerksamkeitstest sowie ein Rechen- und Rechtschreibtest durchgeführt. 

Ergebnisse
Die Datenerhebung und grundlegende Datenanalyse ist abgeschlossen. Grundlegende Informationen konnten von 70 ehemaligen Patienten eingeholt werden (93,3 %). Lediglich 3 % der befragten ehemaligen Patienten nahmen zu dem Erhebungszeitpunkt noch Stimulanzien, weitere 9,1 % nahmen Psychopharmaka ein. Im Laufe des Erwachsenenalters (ab 18 J.) nahmen 18,2 % psychotherapeutische oder psychiatrische Behandlungsangebote in Anspruch. Hinsichtlich der ADHS-Symptomatik erfüllten 22,7 % (von n=44) die Kriterien einer ADHS-Störung des unaufmerksamen Typus nach DSM IV. Ca. 30 % wiesen behandlungsbedürftige komorbide Symptomatiken (Angst, Alkohol / Drogen, Psychose) auf. 17,1 % der Befragten waren zum Erhebungszeitpunkt ohne Arbeit und Beschäftigung, 5,8 % waren ohne Schulabschluss. Im klinischen Globalurteil stellt sich das soziale Anpassungsniveau überwiegend sehr gut bis befriedigend (68,3 %) bzw. leicht beeinträchtigt (9,5 %) dar. 

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