Forschungsgruppe ADOPT

Affective Dysregulation in Childhood - Optimizing Prevention and Treatment

Der nationale Forschungsverbund ADOPT (Affektive Dysregulation – Optimierung von Prävention und Therapie; Koordination Prof. Manfred Döpfner) setzt sich aus insgesamt sieben eng aufeinander abgestimmten Teilprojekten zusammen, die an mehreren Studienstandorten durchgeführt werden und dabei weitgehend identische Messinstrumente einsetzen. In dem Verbundprojekt ADOPT (Affective Dysregulation in Childhood – Optimizing Prevention and Treatment) sind international etablierte interdisziplinäre Forschungsstrukturen aus 7 Studienzentren integriert. 

Die Gesamtziele des Projektes beinhalten einerseits Untersuchungen zur Epidemiologie affektiver Dysregulationen, inklusive Prävalenz von Symptomen und Störungen sowie von biologischen und psychosozialen Risiko- und protektiven Faktoren und die Entwicklung und Evaluation von Screening- und Messinstrumenten. Außerdem sollen in einem stufenweisen individualisierten Behandlungsansatz im Rahmen von randomisierten Kontrollgruppenstudien eine einfach erreichbare und kosteneffektive Online-Intervention als Maßnahme zur indizierten Prävention und ein modulares Behandlungsprogramm zur intensiven ambulanten Psychotherapie entwickelt und evaluiert werden. Die Evaluation des Therapieprogramms soll in zwei Stichproben von Kindern mit affektiver Dysregulation, die bei ihren Eltern beziehungsweise außerhalb der Familie leben, erfolgen. 

Der Forschungsverbund ADOPT besteht aus universitären/kinderpsychiatrischen Einrichtungen (Hamburg, Dresden, Köln Universität, Köln Uniklinik, Ulm, Mannheim, Neuruppin, Rostock). Der Standort Köln Uniklinik ist federführend für das Teilprojekt zur Koordinierung (ADOPT Coordination) und zur Wirksamkeitsüberprüfung des modularen Behandlungsprogramms (ADOPT Treatment). Zudem ist der Standort Köln Uniklinik an den vier weiteren Projekten zur Optimierung von Prävention und Behandlung von Kindern mit affektiver Dysregulation (ADOPT Epidemiology, ADOPT Online, ADOPT Institution, ADOPT soziale Belastungen) beteiligt.

Finanzierung
Publikationen

Döpfner, M., Katzmann, J., Hanisch, C., Fegert, J. M., Kölch, M., Ritschel, A., Treier, A.-K., Hellmich, M., Roessner, V., Ravens-Sieberer, U., Banaschewski, T., Görtz-Dorten, A. on behalf of the ADOPT Consortium. (2019). Affective dysregulation in childhood - optimizing prevention and treatment: protocol of three randomized controlled trials in the ADOPT study. BMC Psychiatry, 19(1), 264. doi: 10.1186/s12888-019-2239-8

Aktuelle Teilprojekte

ADOPT Coordination

Affektive Dysregulation – Optimierung von Prävention und Therapie: Koordination

Studienleitung (PI)
Manfred Döpfner (Köln)

Forschungsteam Köln
Anne Katrin Treier (koordinierend), Irini Papachristou, Sven Wiegelmann, Sara Zaplana Labarga und Manfred Döpfner (Leitung) 

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Das Verbundprojekt besteht aus sieben Teilprojekten. Durch das Teilprojekt ADOPT Coordination erfolgt die zentrale Koordinierung/Abstimmung zwischen den weiteren fünf Teilprojekten, da diese im Rahmen der Datenerhebung erheblich voneinander abhängen. ADOPT Coordination ist für das Datenmanagement zuständig, erhebt aber selbst keine Daten. In den fünf weiteren Teilprojekten werden drei klinische randomisierte Kontrollgruppenstudien durchgeführt. Dazu werden an mehreren Standorten insgesamt drei Kohorten von Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren mit einer Affektiven Dysregulation gezogen:

  • Kinder mit Affektiver Dysregulation, die in ihren Herkunftsfamilien leben (Gemeinde-Kohorte) und die durch ein Screening in einer repräsentativen Befragung von Eltern in den Städten Dresden, Köln, Mannheim und Ulm identifiziert werden;
  • Kinder mit Affektiver Dysregulation, die in ihren Herkunftsfamilien leben und die von sich aus Kontakt zur Klinik gesucht haben (Inanspruchnahme-Kohorte);
  • Kinder mit Affektiver Dysregulation, die nicht in ihren Herkunftsfamilien, sondern z. B. in Heimen oder Pflegefamilien leben (Heim- / Pflegekinder-Kohorte) und die durch ein Screening in den entsprechenden Einrichtungen in den Städten Berlin / Neuruppin, Dresden, Köln, Mannheim und Ulm identifiziert werden. 

ADOPT Epidemiology, ADOPT Online und ADOPT Treatment werden ausschließlich mit der Gemeinde- und der Inanspruchnahme-Kohorte durchgeführt. ADOPT Neurobiologie wird alle Kohorten nutzen und ADOPT Institution wird sowohl epidemiologische Analysen als auch eine klinische Studie zur Wirksamkeit modularer Therapie in der Heim- / Pflegekinder-Kohorte durchführen. ADOPT soziale Belastungen analysiert in allen Teilstichproben den Einfluss sozialer Belastungen auf die Symptomatik und den weiteren Verlauf. Die Koordination in Köln wird durch das Zentrum für klinische Studien in Köln (ZKS) und das Institut für Medizinische Statistik und Bioinformatik (IMSB) der Universität zu Köln unterstützt.

Die Hauptziele von ADOPT Coordination bestehen in der teilprojektübergreifenden Koordinierung der Entwicklung von Erhebungsinstrumenten, der Stichprobenrekrutierung, der Datenerhebung und -verarbeitung und des Patientenflusses im Rahmen des stufenweisen Behandlungsansatzes. ADOPT Coordination ist außerdem für die Qualitätssicherung und Überprüfung an den einzelnen Studienstandorten verantwortlich. ADOPT Coordination wird eine zentralisiert nutzbare Datenbank für alle Studienstandorte entwickeln. Unter Federführung von ADOPT Coordination sind übergeordnete Analysen zum Vergleich und zur Integration von Daten aus einzelnen Teilprojekten geplant.

Ergebnisse
Das erste Treffen des Konsortiums hat im September 2017 in Köln stattgefunden. Die teilprojektübergreifenden Messinstrumente sowie die zentralisierte Datenbank wurden entwickelt. Es erfolgen laufend Validitätsprüfungen der Dateneingaben aus den Prüfzentren. 

ADOPT Epidemiology

Erfassung und Epidemiologie Affektiver Dysregulation

Studienleitung (PI)
Ulrike Ravens-Sieberer (UKE Hamburg)

Forschungsteam (Köln)
Manfred Döpfner (Co-Leitung), Franziska Frenk, Claudia Ginsberg, Anja Görtz-Dorten, Michaela Junghänel, Kristina Mücke, Anne-Katrin Treier und Sara Zaplana Labarga

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung

  • ADOPT Epidemiology wird in Kooperation mit ADOPT Coordination und ADOPT Treatment reliable Messinstrumente zum Screening und zur Erfassung von Affektiver Dysregulation (Diagnostikum für Affektive Dysregulation bei Kindern; DADYS) entwickeln und diese Verfahren einsetzen. 
  • ADOPT Epidemiology wird eine Stichprobe aus der Allgemeinbevölkerung von Familien mit Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren ziehen sowie einen Screeningfragebogen zum Screening auf Affektive Dysregulation in dieser Stichprobe einsetzen. 
  • ADOPT Epidemiology wird basierend auf den in der Allgemeinbevölkerung gesammelten Daten Prävalenzraten und Komorbiditätsraten für Kinder mit Affektiver Dysregulation schätzen.

Stichprobengröße
ADOPT Epidemiology wird eine Stichprobe aus der Allgemeinbevölkerung von Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren ziehen sowie den Screeningfragebogen DADYS-Screen zum Screening auf Affektive Dysregulation in dieser Stichprobe einsetzen. Zum Screening werden Angaben von 13.000 Eltern von Kindern im Alter von 8 bis 12 Jahren gesammelt. Die Ziehung der Stichprobe wird mit Hilfe von Einwohnermeldeämtern realisiert, wobei Kontaktdaten von 78.000 Kindern aus den Städten Köln, Ulm, Mannheim und Dresden sowie den umliegenden Gemeinden abgefragt werden. Auf Basis des Cut-Off-Wertes im Screening werden Kinder bezüglich Affektiver Dysregulation als auffällig identifiziert und den Familien wird eine weitere Studienteilnahme im Rahmen des ADOPT-Projektes angeboten. Es soll im Rahmen des ADOPT Projektes außerdem eine auf Basis des Screenings als unauffällig bezüglich Affektiver Dysregulation identifizierte Vergleichsgruppe begleitet werden (n = 100). 

Ergebnisse
Das Diagnostikum für Affektive Dysregulation bei Kindern (DADYS; Döpfner et al., 2018) wurde entwickelt und enthält einen Screening-Fragebogen, Leitfäden für das klinische Interview von Eltern/Bezugspersonen und Kindern sowie Fragebögen für Eltern / Bezugspersonen und Kinder. Das Screening in der Bevölkerung ist abgeschlossen.

ADOPT Online

Anpassung und Evaluation eines internetbasierten Trainings für Eltern von Kindern mit affektiver Dysregulation

Studienleitung (PI)
Charlotte Hanisch (Universität Köln)

Forschungsteam (UK Köln)
Manfred Döpfner, Julia Plück (Co-Leitung), Franziska Frenk, Claudia Ginsberg, Anja Görtz-Dorten, Kristina Mücke, Anne-Katrin Treier und Sara Zaplana Labarga

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Primary: To adapt an internet-based self-help Parent Management Training (PMT) for the special needs of children with affective dysregulation (AD) and comorbid conditions (CoCo) and to determine the efficacy of the online intervention.
Secondary: (1) To evaluate the acceptance and feasibility of the this online intervention within a stepped-care approach in routine clinical setting; (2) to evaluate predictors, moderators and stability of treatment outcome.

Studiendesign
Randomized controlled parallel group trial; observer-blinded as part of a Sequential, Multiple Assignment, Randomized Trial (SMART) with subsequent personalized modular outpatient treatment. Children with substantial symptoms of AD as rated by the clinician based on parent interview will be included in ADOPT Online. The parents will be randomized to Treatment as Usual (TAU) or the online intervention. 

Description of the interventions
Online: The online intervention (ADHS Elterntrainer) was developed in cooperation with a Health Insurance Company (AOK Bundesverband) for parents of children with ADHD and ODD. This intervention is based on extensive experience with telephone assisted self-help interventions. It has been adapted and complemented for the special needs of parents of AD children. 
TAU: The control intervention includes a treatment as usual (TAU) with a duration of intervention per patient of 13 weeks. TAU as control condition informs about the additional benefit compared to usual care. Within TAU, all psychosocial, psychotherapeutic and pharmacological interventions will be documented.

Ergebnisse
Der Patienteneinschluss hat im Juli 2018 begonnen. Die letzten Patienten wurden im September 2019 eingeschlossen.

ADOPT Treatment

Wirksamkeitsüberprüfung einer individualisierten, modularen Behandlung von Kindern mit affektiver Dysregulation und komorbiden Störungen

Studienleitung (PI)
Anja Görtz-Dorten (Uniklinik Köln)

Forschungsteam (Köln)
Anja Görtz-Dorten (Leitung), Franziska Frenk, Claudia Ginsberg, Josepha Katzmann (ausgeschieden), Michaela Junghänel, Kristina Mücke, Anne-Katrin Treier (koordinierend), Sara Zaplana Labarga und Manfred Döpfner (Co-Leitung)

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Primary: To determine the efficacy of a personalized modular outpatient treatment of affective dysregulation and coexisting disorders in children (Therapieprogramm zur Optimierung Affektiver Dysregulationen bei Kindern; THOPAS) in comparison to Treatment as Usual (TAU) in children aged 8;0 to 12;11 yrs. with substantial residual symptoms of affective dysregulation (AD) after receiving an internet based parent management training
Secondary: (1) To evaluate the feasibility of the implementation in routine care; (2) to evaluate predictors, moderators, mediators and stability of treatment outcome.

Studiendesign
Randomized controlled trial with two parallel treatment arms; observer-blinded as part of a Sequential, Multiple Assignment, Randomized Trial (SMART) with preceding internet-based parent and caregiver management training.

Description of the interventions
THOPAS: The personalized modular outpatient treatment of affective dysregulation and coexisting disorders (THOPAS) consists of 10 CBT (Cognitive Behavior Therapy) modules. The 10 CBT-modules include child-based intervention, parent training interventions and teacher coaching.
TAU: The control intervention includes a treatment as usual (TAU) with a duration of intervention per patient of 32 weeks. TAU as control condition informs about the additional benefit compared to usual care. Within TAU, all psychosocial, psychotherapeutic and pharmacological interventions will be documented.

Methoden
Key inclusion criteria: age 8;0 to 12;11 yrs; clinician-rated AD symptoms of the child based on parent interview > cut-off at T2; willingness and ability of the guardian/s and the child to participate in the personalized modular outpatient treatment (existence of an informed consent of the guardian/s and an assent of the child). Key exclusion criteria: Intelligence below average (IQ < 80); mental disorder other than CoCo is primary disorder and main cause of AD (e.g. autism spectrum disorder, OCD); current or planned intensive psychotherapy or behavioral parent management training on a weekly/biweekly basis. Primary efficacy endpoint: Change in blinded clinician-rated AD symptom score of the child based on parent interview. Key secondary endpoint(s): Change in (1) psychosocial impairment of the child due to AD symptoms in blinded clinical rating as well as patient-, parent-, and teacher-rating, (2) patient-rated, parent-, and teacher-rated AD symptoms of the child, (3) patient, parent-, and teacher-rated symptoms of ADHD and ODD/CD, (4) other comorbid conditions (e.g., anxiety, depression) assessed by parent-ratings and teacher-ratings, (5) psychological well-being in patient- and parent-rating, and (6) satisfaction with the treatment. Assessment of safety: Assessment of tolerability/safety

Ergebnisse
Der Patienteneinschluss hat im Oktober 2018 begonnen.

ADOPT Institution

Wirksamkeit eines personalisierten modulbasierten ambulanten Behandlungsprogramms für Affektive Dysregulation und komorbide Störungen bei Heim- und Pflegekindern

Studienleitung (PI)
Jörg Fegert (Uniklinik Ulm), Michael Kölch (Rostock)

Forschungs-Team (Köln)
Anja Görtz-Dorten, Franziska Frenk, Claudia Ginsberg, Kristina Mücke (koordinierend), Anne-Katrin Treier, Sara Zaplana Labarga und Manfred Döpfner (Co-Leitung)

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Primary: To determine the efficacy of a personalized modular outpatient treatment of affective dysregulation and coexisting disorders in children (Therapieprogramm zur Optimierung Affektiver Dysregulationen bei Kindern; THOPAS) in comparison to Treatment as Usual (TAU) in children aged 8;0 to 12;11 yrs. with substantial residual symptoms of affective dysregulation (AD) living in out of home care (OHC)
Secondary: (1) To evaluate the feasibility of the implementation in routine care for a high risk population; (2) to evaluate predictors, moderators, mediators and stability of treatment outcome.

Studiendesign
Randomized controlled trial with two parallel treatment arms; observer-blinded with follow-up. Children with substantial symptoms of AD as rated by the clinician based on caregiver interview living in youth welfare system or foster care will be included in ADOPT Institution. The patients will be randomized to Treatment as Usual (TAU) or the intervention THOPAS. Additionally, children with AD will be compared to a no-AD control group. 

Description of the interventions
THOPAS: The personalized modular outpatient treatment of affective dysregulation and coexisting disorders (THOPAS) consists of 10 CBT (Cognitive Behavior Therapy) modules. The 10 CBT-modules include child-based intervention, caregiver training interventions and teacher coaching.
TAU: The control intervention includes a treatment as usual (TAU) with a duration of intervention per patient of 32 weeks. TAU as control condition informs about the additional benefit compared to usual care. Within TAU, all psychosocial, psychotherapeutic and pharmacological interventions will be documented.

Ergebnisse 
Der Patienteneinschluss hat Anfang 2019 begonnen.

ADOPT soziale Belastungen

Affektive Dysregulation – Bedeutung psychosozialer Belastungen

Studienleitung (PI)
Manfred Döpfner (Köln)

Forschungsteam
Claudia Ginsberg, Anja Görtz-Dorten, Kristina Mücke, Anne-Katrin Treier und Manfred Döpfner (Leitung) 

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Ziel des Projektes ist die Überprüfung des Einflusses aktueller und früherer sozialer Belastungen auf die aktuelle affektive Dysregulationssymptomatik, die komorbide Symptomatik und das aktuelle Funktionsniveau, sowie des Einflusses dieser Belastungen auf den Verlauf der Störung sowie den Behandlungserfolg bei ADOPT-online, ADOPT-treatment als auch in ADOPT-institution. Dazu sollen zusätzlich zu den bereits erhobenen Daten weitere Informationen über frühere und aktuelle psychosoziale Belastungen erhoben werden. 

Ergebnisse
Gegenwärtig werden die zusätzlichen Messverfahren erarbeitet und die ergänzende Datenerhebung geplant.
 

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