Forschungsgruppe THAZ

Entwicklung und Evaluation des Therapieprogramms für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Evaluation des Therapieprogramms für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen (THAZ). THAZ ist ein umfassendes Behandlungspaket zur multimodalen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Angst- und Zwangsstörungen, das patienten- und umfeldzentrierte Interventionen miteinander verbindet. Patientenzentrierte Interventionen bilden bislang den Kern der Behandlung von Angst- und Zwangsstörungen, zumindest bei älteren Kindern und bei Jugendlichen. Die patientenzentrierten Interventionen werden zusammengefasst in:

  • kognitive Interventionen (einschließlich Psychoedukation)
  • emotional-physiologische Interventionen (einschließlich Exposition)
  • behaviorale Interventionen (Fertigkeitentrainings, operante Verfahren)

Die umfeldzentrierten Interventionen können ebenfalls im Wesentlichen unterteilt werden in kognitive und behaviorale Interventionen, die darauf abzielen, dysfunktionale Kognitionen und Erwartungen bei den Eltern oder anderen Bezugspersonen zu verändern und Bedingungen zu schaffen, die dem Kind helfen, bisher nicht bewältigte Situationen erfolgreich bewältigen zu können. Insgesamt fünf Module werden entwickelt und evaluiert.

  • Modul 1: Leistungsängste (Suhr-Dachs & Döpfner, 2015)
  • Modul 2: Soziale Ängste (Büch & Döpfner, 2012)
  • Modul 3: Spezifische Phobien 
  • Modul 4: Zwänge
  • Modul 5: Trennungsängste

In Pilotstudien mit Eigenkontrollgruppendesign konnten bislang für THAZ-Leistungsängste (Suhr, 2001; Suhr-Dachs & Döpfner, 2015), THAZ-Soziale Ängste (Büch & Döpfner, 2011, 2012) und THAZ-Trennungsängste (Wulff, 2011) Effekte im Vergleich zu einer Warte- / Diagnostikphase nachgewiesen werden. Außerdem wurde der Fragebogen zur Erfassung störungsaufrechterhaltender Komponenten sozialer Angst bei Kindern und Jugendlichen (FESKA; Perri et al., 2017, Görtz-Dorten et al., 2018) entwickelt, der kognitive, behaviorale und interaktionelle Komponenten sozialer Angststörungen von Kindern und Jugendlichen zwischen 4 und 14 Jahren erhebt.  

Publikationen

Büch, H. & Döpfner, M. (2011). Behandlung sozialer Ängste im Kindesalter mit einem individualisierten kognitiv-behavioralen Therapieprogramm (THAZ - Soziale Ängste). Konzeption und Ergebnisse einer Pilotstudie. Verhaltenstherapie, 21, 41-47.

Büch, H. & Döpfner, M. (2012). Soziale Ängste, Therapieprogramm für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen (THAZ), Band 2. Göttingen: Hogrefe.

Döpfner, M. (2000b). Diagnostik und funktionale Analyse von Angst- und Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen - Ein Leitfaden. Kindheit und Entwicklung, 9, 143-160.

Döpfner, M. (2008). Zwangsstörungen. In G. Esser (Hrsg.), Lehrbuch der klinischen Psychologie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters (3. Aufl., S. 271-290). Stuttgart: Enke.

Döpfner, M., Breuer, U., Hastenrath, B. & Goletz, H. (2007). Wirksamkeit und Langzeitstabilität verhaltenstherapeutischer Interventionen bei Jugendlichen mit Zwangsstörungen. Kindheit und Entwicklung 16, 129 - 138.

Döpfner, M., Schnabel, M., Goletz, H. & Ollendick, T. (2006). Phobiefragebogen für Kinder und Jugendliche (PHOKI). Göttingen: Hogrefe.

Duda-Kirchhof, K., & Döpfner, M. (2000). Therapieprogramm für Kinder und Jugendlichen mit Angststörungen - Behandlungskonzept und Behandlungseffekte. Kindheit und Entwicklung, 9, 161 - 170.

Görtz-Dorten, A., Perri, D., & Döpfner, M. (2018). Fragebogen zur Erfassung störungsaufrechterhaltender Komponenten sozialer Angststörungen bei Kindern und Jugendlichen (FESKA). Göttingen: Hogrefe.

Goletz, H. & Döpfner, M. (2007). Diagnostik von Zwangsstörungen im Kindes- und Jugendalter. Kindheit und Entwicklung, 16, 117-128.

Perri, D., Görtz-Dorten, A., Breuer, D., Lerner, T., & Döpfner, M. (2017). Erfassung störungsaufrechterhaltender Komponenten sozialer Angst bei Kindern und Jugendlichen im Eltern- und

Selbsturteil. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 46, 117-126.

Suhr-Dachs, L., & Döpfner, M. (2015). Leistungsängste, Therapieprogramm für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen (THAZ), Band 1 (2. überarb. Aufl.). Göttingen: Hogrefe.

Dissertationen

Büch, H. (2008). Konzeption und Evaluation eines kognitiv behavioralen Therapieprogramms zur Behandlung sozialer Ängste im Kindesalter (THAZ - Soziale Ängste). Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln. (Dr. rer. medic.)

Dengs, S. (2017). Die Kognitive Informationsverarbeitung von Kindern und Jugendlichen mit einer Zwangsstörung. Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln (Dr. rer. medic.).

Könnecke, S. (2017) Untersuchung des Therapieprozesses in der Behandlung von Zwangsstörungen bei Kindern und Jugendlichen hinsichtlich Therapiebeziehung, Therapiecompliance und Therapieintegrität (THAZ-Zwang). Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln (Dr. rer. medic.).

Suhr, L. (2001). Entwurf und Evaluation eines kognitiv-behavioralen Manuals zur Behandlung von Prüfungsängsten bei Kindern und Jugendlichen. Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln. (Dr. rer. medic.)

Wulf, C. (2011). Konzeption und Evaluation eines kognitiv-behavioralen Therapieprogramms zur Behandlung von Trennungsängsten im Kindesalter. Dissertation, Medizinische Fakultät der Universität zu Köln. (Dr. rer. medic.)

Aktuelle Teilprojekte

THAZ-1: Entwicklung und Evaluation von THAZ-Zwängen

Entwicklung und Evaluation des Moduls THAZ-Zwänge aus dem Therapieprogramm für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen

Forschungsteam
Julia Adam, Hildegard Goletz (federführend), Sonja Könnecke, Stefanie Dengs, Nora Klingenberger, Christina Vonderbank und Manfred Döpfner 

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Evaluation des Moduls Zwänge aus dem Therapieprogramm für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen (THAZ). THAZ ist ein umfassendes Behandlungspaket zur multimodalen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Angst- und Zwangsstörungen, das patienten- und umfeldzentrierte Interventionen miteinander verbindet. Das Therapieprogramm beinhaltet folgende Bausteine:

  1. Beziehungsaufbau, Ressourcenaktivierung
  2. Psychoedukation und Therapiemotivation
  3. Bearbeitung problemaufrechterhaltender familiärer Bedingungen
  4. Bearbeitung problemaufrechterhaltender schulischer und anderer Bedingungen
  5. Kognitive Interventionen bezüglich dysfunktionaler Kognitionen
  6. Exposition mit Reaktionsmanagement in der Behandlung von Zwangshandlungen
  7. Exposition mit Reaktionsmanagement in der Behandlung von Zwangsgedanken (auch den kognitiven Interventionen zugehörig)
  8. Multimodale Nachsorge

Methoden
Anhand einer Stichprobe von 30 Kindern und Jugendlichen mit Diagnose Zwangsstörung soll die Wirksamkeit des Therapieprogramms in einem Eigenkontrollgruppen-Design überprüft werden. Nach einer sechswöchigen behandlungsfreien Wartezeit (Baseline) erfolgt die Behandlung, die sich in maximal neun, jeweils aus sechs Sitzungen bestehende, Therapiephasen gliedert

Dabei durchläuft jeder Proband zunächst eine behandlungsfreie sechswöchige Wartezeit. Es folgt die Therapiephase, in der ebenfalls alle sechs Wochen nach 6,12,18 und 24 Sitzungen Messwiederholungen durchgeführt werden.

Ergebnisse
Die Bausteine von THAZ-Zwänge sind entwickelt. Die Datenerhebung ist abgeschlossen. Die psychometrische Qualität von Fragebogenverfahren zur Messung der Kognitionen bzw. der kognitiven Informationsverarbeitung hat sich als gut erwiesen (Dengs, 2017). Die Therapiebeziehung zeigt sich im gesamten Therapieverlauf als gut und relativ stabil, hat aber keinen Einfluss auf die Therapieeffekte (Könnecke, 2017).

THAZ-2: Entwicklung und Evaluation von THAZ-Phobien

Entwicklung und Evaluation des Moduls Spezifische Phobien aus dem Therapieprogramm für Kinder und Jugendliche mit Angst- und Zwangsstörungen

Forschungsteam
Julia Adam, Hildegard Goletz und Manfred Döpfner (federführend)

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Die individualisierte multimodale Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit spezifischen Phobien, bei der familienzentrierte Interventionen, Expositionen und kognitive Interventionen miteinander kombiniert werden soll im dem Modul Spezifische Phobien entwickelt und in einer Pilotstudie überprüft werden.

Methoden
Anhand einer Stichprobe von ca. 20 Kindern und Jugendlichen mit spezifischen Phobien soll die Wirksamkeit des Therapieprogramms in einem Eigenkontrollgruppen-Design überprüft werden. Dabei durchläuft jeder Proband zunächst eine behandlungsfreie sechswöchige Wartezeit. Es folgt die Therapiephase, in der ebenfalls alle sechs Wochen nach 6,12,18 und 24 Sitzungen Messwiederholungen durchgeführt werden.

Ergebnisse
Es liegen noch keine Ergebnisse vor.

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