Forschungsgruppe EMAK

Evaluation multimodaler ambulanter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Die multimodale Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie stellt einen Ansatz zur Entwicklung eines Konzeptes einer allgemeinen Psychotherapie für Kinder und Jugendliche dar. Diese lässt sich als eine problemorientierte, individualisierte, sequenzielle und adaptive, entwicklungs- und ergebnisorientierte Therapie charakterisieren, die auf der Grundlage allgemeiner Wirkprinzipien evidenzbasierte Interventionsmethoden anwendet, dabei den spezifischen Kontext berücksichtigt, in dem die Probleme auftreten und mehrere Interventionsebenen integriert. Neben der patientenzentrierten Intervention sind eltern- und familienzentrierte sowie kindergarten- oder schulzentrierte und auch gleichaltrigenzentrierte Interventionen von herausragender Bedeutung. Entsprechend dem von Grawe entwickelten Modell einer allgemeinen Psychotherapie bei Erwachsenen, werden auch in der Therapie von Kindern und Jugendlichen die Ressourcenaktivierung, die Problemaktualisierung, die aktive Hilfe zur Problembewältigung und die Klärungsperspektive als generelle therapeutische Wirkprinzipien angenommen, die allerdings sowohl bei den Patienten als auch seinen Bezugspersonen realisiert werden sollen.

In der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (AKiP) werden die Therapien nach dem Konzept der multimodalen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in den verschiedenen Teilambulanzen durchgeführt. Übergeordnetes Ziel dieser Forschungsgruppe ist die Evaluation der durchgeführten Psychotherapien, bei der nicht nur die Alltagswirksamkeit der Behandlungen bei verschiedenen Störungsbildern analysiert, sondern auch Moderatoren und Mediatoren des Therapieerfolges untersucht werden sollen.

Bislang wurde störungsübergreifend die Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Kindern und Jugendlichen im Urteil der Eltern (EMAK-7, Walter et al., 2015) und von Eltern und Lehrern (EMAK-9, Walter et al., 2019) sowie von Jugendlichen im Urteil der Eltern und der Patienten (EMAK-7, Walter et al., 2018) gezeigt. Störungsspezifisch wurde die Alltagswirksamkeit kognitiver Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen (EMAK-5; Goletz et al., 2013), mit Zwangsstörungen (EMAK-6, Beig, 2017) und mit depressiven Störungen (EMAK-14; Walter et al., 2021) belegt. Die Zufriedenheit in der Behandlung von Jugendlichen wurde aus der Perspektive der Patienten, der Eltern und der Therapeuten untersucht (Viefhaus et al., 2018) und die Zufriedenheit in der Behandlung von Kindern wurde aus der Perspektive der Eltern und der Therapeuten überprüft (Viefhaus et al., 2021) (beide EMAK-10).

Zudem wurde der Beziehungsfragebogen für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (BeKi) entwickelt und der Zusammenhang zum Behandlungserfolg überprüft (EMAK-8, Kinnen et al., 2011; Kinnen & Döpfner, 2013).

Die Ergebnisse in der Forschungsgruppe EMAK über die Effekte von ambulanter Verhaltenstherapie in der Routineversorgung wurden im Newsletter Evaluation vom August 2017 zusammengefasst.

Finanzierung

  • Ausbildungs- und Forschungsinstitut für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP)
  • Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Uniklinik Köln
Publikationen

Beig, I., Döpfner, M., Goletz, H., Plück, J., Dachs, L., Kinnen, C. & Walter, D. (2017). Alltagswirksamkeit kognitiver Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen in einer Ausbildungsambulanz. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 45, 219 - 235. doi: 10.1024/1422-4917/a000416.

Döpfner, M. (2013). Psychotherapie. In F. Petermann (Hrsg.), Lehrbuch der klinischen Kinderpsychologie (7. Aufl., S. 823 - 841). Göttingen: Hogrefe.

Döpfner, M. (2020). Multimodale Kinder- und Jugendlichen-Verhaltenstherapie. In M. Döpfner, M. Hautzinger & M. Linden (Hrsg.), Verhaltenstherapiemanual: Kinder und Jugendliche (pp. 3 - 7). Berlin: Springer.

Döpfner, M., & Steinhausen, H.-C. (2012). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 3: Störungsübergreifende Verfahren zur Diagnostik psychischer Störungen Göttingen: Hogrefe.

Goletz, H., Yang, Y.-I., Suhr-Dachs, L., Walter, D., & Döpfner, M. (2013). Alltagswirksamkeit kognitiver Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen in einer Ausbildungsambulanz. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 41, 247-260. doi: https://doi.org/10.1024/1422-4917/a000239

Kinnen, C., Breuer, H.-D., & Döpfner, M. (2011). Konzeption und Evaluation des Beziehungsfragebogens für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (BeKi). Klinische Diagnostik und Evaluation, 4, 301-323.

Kinnen, C., & Döpfner, M. (2013). Zusammenhang von therapeutischer Beziehung mit Symptomminderung und Behandlungszufriedenheit in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS und/oder Störungen des Sozialverhaltens. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 41, 133-144.

Viefhaus, P., Doepfner, M., Dachs, L., Goletz, H., Goertz-Dorten, A., Kinnen, C., Perri, D., Rademacher, C., Schuermann, S., Woitecki, K., Wolff Metternich-Kaizman, T. & Walter, D. (2018). Treatment satisfaction following routine outpatient cognitive-behavioral therapy of adolescents with mental disorders – a triple perspective of patients, parents and therapists. European Child & Adolescent Psychiatry 28, 543 - 556. doi: https://doi.org/10.1007/s00787-018-1220-2

Viefhaus, P., Döpfner, M., Dachs, L., Goletz, H., Görtz-Dorten, A., Kinnen, C., Perri, D., Rademacher, C., Schürmann, S., Woitecki, K., Wolff Metternich-Kaizman, T. & Walter, D. (2021). Parent- and therapist-rated treatment satisfaction following routine child cognitive-behavioral therapy. European Child and Adolescent Psychiatry European Child and Adolescent Psychiatry, 30, 427-439. doi: doi.org/10.1007/s00787-020-01528-1.

Walter, D., Buschsieweke, J., Dachs, L., Goletz, H., Goertz-Dorten, A., Kinnen, C., Perri, D., Rademacher, C., Schuermann, S., Viefhaus, P., Woitecki, K., Metternich-Kaizman, T. W., von Wirth, E., & Doepfner, M. (2021). Effectiveness of usual care cognitive-behavioral therapy for adolescents with depressive disorders rated by in parents and patients - an observational study. BMC Psychiatry 21. Retrieved from  doi:https://doi.org/10.1186/s12888-021-03404-x

Walter, D., Dachs, L., Faber, M., Goletz, H., Görtz-Dorten, A., Kinnen, C., Rademacher, C., Schürmann, S., Woitecki, K., Wolff Metternich-Kaizman, T., Plück, J., Hautmann, C., Ise, E. & Döpfner, M. (2015). Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Kindern und Jugendlichen im Urteil der Eltern in einer universitären Ausbildungsambulanz. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 44, 169-180.

Walter, D., Dachs, L., Faber, M., Goletz, H., Goertz-Dorten, A., Hautmann, C., Kinnen, C., Rademacher, C., Schuermann, S., Wolff Metternich-Kaizman, T. & Doepfner, M. (2018). Effectiveness of outpatient cognitive-behavioral therapy for adolescents under routine care conditions on behavioral and emotional problems rated by parents and patients: an observational study. European Child & Adolescent Psychiatry, 27, 65-77. doi: https://doi.org/10.1007/s00787-017-1021-z

Walter, D., Dachs, L., Farwick zum Hagen, J., Goletz, H., Goertz-Dorten, A., Kinnen, C., Rademacher, C., Schuermann, S., Viefhaus, P., Wolff Metternich-Kaizman, T., & Doepfner, M. (2019). Parent and teacher rated effectiveness of cognitive-behavioral therapy for children and adolescents under usual care conditions in a university outpatient clinic. Child Psychiatry and Human Development 50, 533-545. doi: https://doi.org/10.1007/s10578-018-0860-2

Masterarbeiten und Dissertationen

Behrendt, U. (2019). Stabilität von Veränderungen während kognitiv-behavioraler Therapie von Kindern und Jugendlichen mit Angst- und depressiven Störungen in der Routineversorgung. Dissertation, Universität zu Köln.

Beig, I. (2014) Alltagswirksamkeit kognitiver Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen in einer Ausbildungsambulanz. Masterarbeit Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität zu Köln.

Buschsieweke, J. (2016). Alltagswirksamkeit ambulanter kognitiver Verhaltenstherapie bei depressiven Jugendlichen in einer universitären Ausbildungsambulanz. Masterarbeit Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf.

Dommermuth, N. (2014). Symptomverlauf und der Verlauf komorbider Symptomatik bei Routinetherapie von Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in einer Ausbildungsambulanz. Masterarbeit, Universität Münster.

Heindrichs, L. (2019). Veränderungen während ambulanter kognitiver Verhaltenstherapie bei Jugendlichen mit psychischen Störungen und Schulvermeidung in einer universitären Ausbildungsambulanz. Masterarbeit, Universität Trier.

Hensen, J. (2014). Wirksamkeit der multimodalen Routinetherapie in einer Ausbildungsambulanz bei Kindern mit der Diagnose Störung des Sozialverhaltens. Masterarbeit, Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität Köln.

Junk, S. (2020). Die Vorhersage von Symptomminderungen nach ambulanter Routine-Verhaltenstherapie bei Jugendlichen mit psychischen Störungen in einer universitären Ausbildungsambulanz. Universität zu Köln.

Lechleuthner, K. (2017). Effectiveness and stability of outpatient cognitive behavioral therapy under routine care conditions at a university outpatient clinic for adolescents with eating disorders. Mastarbeit. Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität Köln.

Rohde-Thelen, J. (2019). Die Vorhersage von Symptomminderungen nach ambulanter Routine-Verhaltenstherapie bei Jugendlichen mit psychischen Störungen in einer universitären Ausbildungsambulanz. Universität zu Köln.

Thye, T. (2019). Alltagswirksamkeit von ambulanter Verhaltenstherapie bei Kindern mit Enuresis in einer universitären Ausbildungsambulanz. Universität zu Köln.

Aktuelle Teilprojekte

EMAK-1: Entwicklung und Pflege eines digitalen Dokumentationssystems für die multimodale ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Entwicklung und Pflege eines digitalen Dokumentationssystems für die multimodale ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Forschungsteam
Daniel Walter (koordinierend), Paula Viefhaus, Sabine Junk, Jens Körner, Lea Meininger, Rebecca Stiels, Jens Seuthe, Lydia Dachs, Katrin Woitecki, Christopher Hautmann und Manfred Döpfner

Laufzeit
Wird kontinuierlich fortgesetzt

Zielsetzung
Bislang liegen kaum Ergebnisse zur Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in der Routineversorgung vor. Grundlage für eine solche Evaluation ist eine standardisierte Dokumentation der behandelten Patienten, der durchgeführten Behandlung und der Veränderungen der Symptomatik im Verlauf der ambulanten Therapie. In diesem Teilprojekt werden ein standardisiertes Dokumentationssystem sowie eine standardisierte Eingangs- und Entlassungsdiagnostik aufgebaut und Eingabe- und Kontrollroutinen entwickelt (s.
auch Projekt DIAMON).

Methode
Als standardisiertes Dokumentationssystem wird die Basisdokumentation für Kinder und Jugendliche weiterentwickelt und auf die Besonderheiten der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie angepasst.
Die Basisdokumentation besteht aus einer Eingangsdokumentation mit Patientendokumentation,
Aufnahmedokumentation, Soziodemographischer Dokumentation und Psychopathologischer
Beurteilung sowie einer Entlassungsdokumentation mit Diagnosedokumentation und
Interventionsdokumentation. Für die Allgemeinambulanz und die Teilambulanzen des Ausbildungs- und Forschungsinstituts werden zudem jeweils spezifische Pakete einer standardisierten Eingangs- und Entlassungsdiagnostik zusammengestellt.

Ergebnisse
Die Dokumentation hat sich mittlerweile in der Routine bewährt. Spezifische Ergebnisse werden in den anderen Teilprojekten ermittelt.

EMAK-2: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen

Alltagswirksamkeit und Stabilität multimodaler ambulanter Therapie von Kindern- und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen in der Routineversorgung

Forschungs-Team
Eva-Katharina Matthias (federführend), Tanja Wolff Metternich-Kaizman, Stephanie Schürmann, Nina Dommermuth, Julia Plück, Daniel Walter und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2023

Zielsetzung
Die Wirksamkeit des Therapieprogramms für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) bei der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurde in mehreren kontrollierten Studien belegt. Bislang liegen jedoch kaum Ergebnisse zur Alltagswirksamkeit der Therapie von Kindern- und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen in der Routineversorgung vor. Ziel dieses Teilprojektes ist die Untersuchung der Alltagswirksamkeit von Kindern und Jugendlichen mit ADHS, die in der Spezialambulanz ADHS der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts AKiP behandelt werden. Neben der Überprüfung der Veränderungen hinsichtlich ADHS-Symptomatik, komorbider Symptomatik, Funktionsniveau und Lebensqualität im Verlauf der Therapie sollen auch die Zufriedenheit mit der Therapie analysiert und Moderatoren der Alltagswirksamkeit untersucht werden. Dabei werden die Effekte sowohl von psychotherapeutischen Behandlungen nach dem Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) als auch von kombinierten pharmakologisch-psychotherapeutischen Behandlungen analysiert. Zusätzlich soll die Stabilität der Therapieeffekte analysiert werden.

Methode
Folgende Verfahren werden bei Beginn und bei Ende der ambulanten Therapie zur Erfassung des Verlaufs während der Therapie eingesetzt:

  • Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL/4-18)
  • Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (TRF)
  • Fragebogen für Jugendliche (YSR)
  • Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) im Eltern- und Lehrerurteil
  • Fremdbeurteilungsbogen für Störungen des Sozialverhaltens (FBB-SSV) im Eltern- und Lehrerurteil
  • Elternfragebogen über Problemsituationen in der Familie (EF-PF)
  • Fragebogen über Verhaltensprobleme bei den Hausaufgaben (FVH)
  • Selbstbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (SBB-ADHS) im Selbsturteil ab dem Alter von 11 Jahren
  • Selbstbeurteilungsbogen für Störungen des Sozialverhaltens (SBB-SSV) im Selbsturteil ab dem Alter von 11 Jahren

Zusätzlich wird bei Behandlungsende der Fragebogen zur Beurteilung der Behandlung (Therapeut, Eltern; FBB) zur Erfassung der Zufriedenheit mit der Therapie eingesetzt. Außerdem wird die Basisdokumentation mit Eingangs- und Entlassungsdokumentation erhoben.

Die Stabilität wird in einer Teilstichprobe mittels Telefoninterview und Fragebogenverfahren überprüft. Patienten mit der Diagnose einer ADHS, die vor mindestens 12 Monaten die Therapie beendet haben, werden nachuntersucht. Dabei werden Subgruppen eingeschlossen, bei denen ein vollständiger Verlauf vorliegt (d.h. Eingangs- und Abschlussmessungen), bei denen kein vollständiger Verlauf vorliegt und die vorzeitig beendet wurden.

Ergebnisse
In einer Zwischenanalyse wurden die Prä-Post-Symptomverläufe bei ADHS-Patienten untersucht. Bei einer Stichprobe von n = 858 Patienten („Completer“-Analyse) können anhand der regulär eingesetzten Breitband- und störungsspezifischen Instrumente im Elternurteil, teils auch im Lehrer- und im Selbsturteil Veränderungen der Symptomatik über die jeweils erste Behandlungsepisode hinweg betrachtet werden. Ergebnisse / Schlussfolgerung. Im Elternurteil finden sich durchgängig signifikante Reduktionen der Symptomatik. Dies gilt auch für das Urteil aus anderen Perspektiven, das für Teilstichproben zur Verfügung steht. Dabei werden mindestens geringe, in vielen Fällen aber auch mittlere bis große Effektstärken erreicht. Die Betrachtung der relativen, individuellen Veränderung (klinische Signifikanz) hinsichtlich der zentralen Symptombereiche kann für dieses Studiendesign wertvolle Hinweise auf die Bedeutsamkeit der Effekte leisten: 30 %-50 % der Patienten mit auffälliger Ausprägung zu Beginn der Behandlung verbessern sich in bedeutsamem Ausmaß.

EMAK-3: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Störungen des Sozialverhaltens

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Kindern mit Störungen des Sozialverhaltens in der Routineversorgung

Forschungs-Team
Anja Görtz-Dorten (koordinierend), Eva-Katharina Matthias, Jule Hensen, Julia Plück, Daniel Walter und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Die Wirksamkeit des Therapieprogramms für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) wurde bei der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS), die häufig auch Störungen des Sozialverhaltens aufweisen untersucht. Es liegen noch keine Studien zur Wirksamkeit von THOP bei Kindern mit Störungen des Sozialverhaltens ohne ausgeprägte ADHS vor. Patientenzentrierte Interventionen zur Verminderung aggressiver Verhaltensauffälligkeiten sind nicht Bestandteil von THOP. Das Therapieprogramm für Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV) integriert patientenzentrierte und familienzentrierte Interventionen und wird gegenwärtig in kontrollierten Studien analysiert. Bislang liegen jedoch kaum Ergebnisse zur Alltagswirksamkeit der Therapie von Kindern mit Störungen des Sozialverhaltens in der Routineversorgung vor. Ziel dieses Teilprojektes ist die Untersuchung der Alltagswirksamkeit von Kindern und Jugendlichen mit Störungen des Sozialverhaltens, die in der Spezialambulanz für Störungen des Sozialverhaltens der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts AKiP behandelt werden. Neben der Überprüfung der Veränderungen hinsichtlich ADHS-Symptomatik, komorbider Symptomatik, Funktionsniveau und Lebensqualität im Verlauf der Therapie sollen auch die Zufriedenheit mit der Therapie analysiert und Moderatoren der Alltagswirksamkeit untersucht werden. Dabei werden die Effekte von psychotherapeutischen Behandlungen nach dem Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) und dem Therapieprogramm für Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV) analysiert.

Methode
Folgende Verfahren werden bei Beginn und bei Ende der ambulanten Therapie zur Erfassung des Verlaufs während der Therapie eingesetzt:

  • Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL/4-18)
  • Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (TRF)
  • Fragebogen für Jugendliche (YSR)
  • Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) und für Störungen des Sozialverhaltens (FBB-SSV) im Eltern- und Lehrerurteil
  • Selbstbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (SBB-ADHS) und für Störungen des Sozialverhaltens (SBB-SSV) im Selbsturteil (ab 11 Jahren)
  • Elternfragebogen über Problemsituationen in der Familie (EF-PF)
  • Fragebogen für aggressives Verhalten (FAVK) im Elternurteil und im Selbsturteil (ab 9 Jahren)

Zusätzlich wird bei Behandlungsende der Fragebogen zur Beurteilung der Behandlung (Therapeut, Eltern; FBB) zur Erfassung der Zufriedenheit mit der Therapie eingesetzt. Außerdem wird die Basisdokumentation mit Eingangs- und Entlassungsdokumentation erhoben.

Ergebnisse
In einer Zwischenanalyse wurden n=222 Kindern im Alter von 6 bis 12 Jahren mit der Diagnose einer Störung des Sozialverhaltens untersucht, die einer manualisierten Forschungstherapie mit THAV (n=60, 24 wöchentliche Einzelsitzungen, plus Elterngespräche und Lehrerkontakte) oder einer Routine-Verhaltenstherapie (n=162, mindestens 10 Einzelsitzungen einschließlich Elterngespräche, Lehrerkontakte, Soziotherapie und medikamentöser Behandlung) zugewiesen wurden. Es wurden Varianz- und Kovarianzanalysen durchgeführt und Effektstärken für die aggressive und komorbide Symptomatik berechnet. Diese verschiedenen Variablen wurden mit Hilfe von Fragebögen erhoben. Es zeigt sich eine Verminderung aggressiver und komorbider Symptomatik im Therapiezeitraum sowohl in der Forschungs- als auch in der Routinebehandlungsbedingung. Eine signifikant stärkere Verminderung aggressiver und komorbider Symptomatik zeigt sich im Eltern- und Lehrerurteil unter der Forschungsbedingung im Vergleich zur Routinetherapie. Diese Effekte vermindern sich bei Angleichung der Stichproben hinsichtlich der Stärke der Symptomatik bei Behandlungsbeginn.

EMAK-4: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Selbstwert- / Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST)

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Jugendlichen mit Selbstwert- / Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST) in der Routineversorgung

Forschungsteam
Christiane Rademacher, Daniel Walter (koordinierend), Paula Viefhaus, Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Das Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST) wird gegenwärtig für Jugendliche entwickelt, die ein Mischbild aus einer oder mehrerer der folgenden Störungen aufweisen:

  • Selbstwertstörungen (meist geringes Selbstwertgefühl sowie Störungen der Affektivität mit depressiver Symptomatik oder dysphorisch gereiztem Affekt)
  • Leistungsstörungen (verminderte schulische Leistungsfähigkeit, häufig in Verbindung mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)
  • Beziehungsstörungen (mit Störungen in den Familienbeziehungen oder in den Gleichaltrigenbeziehungen).

Bislang liegen keine Ergebnisse zur Alltagswirksamkeit der Therapie von Jugendlichen mit Selbstwert- / Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST) in der Routineversorgung vor. Ziel dieses Teilprojektes ist daher die Untersuchung der Alltagswirksamkeit von Kindern und Jugendlichen mit vielfältigen psychischen Störungen, die in der Spezialambulanz SELBST der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts AKiP behandelt werden. Neben der Überprüfung der Veränderungen hinsichtlich der Selbstwert-, Leistungs- oder Beziehungsstörungen, komorbider Symptomatik, Funktionsniveau und Lebensqualität im Verlauf der Therapie sollen auch die Zufriedenheit mit der Therapie analysiert und Moderatoren der Alltagswirksamkeit untersucht werden. Dabei werden die Effekte sowohl von psychotherapeutischen Behandlungen nach dem Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST) als auch von kombinierten pharmakologisch-psychotherapeutischen Behandlungen analysiert.

Methode
Folgende Verfahren werden bei Beginn und bei Ende der ambulanten Therapie zur Erfassung des Verlaufs während der Therapie eingesetzt:

  • Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL/4-18)
  • Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (TRF)
  • Fragebogen für Jugendliche (YSR)
  • Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) und für depressive Störungen (FBB-DES) im Eltern- und Lehrerurteil
  • Selbstbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (SBB-ADHS) und für depressive Störungen (SBB-DES) im Selbsturteil ab dem Alter von 11 Jahren.
  • Depressionsinventar für Kinder und Jugendliche (DIKJ)
  • Screeningfragebögen aus dem Therapieprogramm SELBST

Zusätzlich wird bei Behandlungsende der Fragebogen zur Beurteilung der Behandlung (Therapeut, Eltern, Patient; FBB) zur Erfassung der Zufriedenheit mit der Therapie eingesetzt. Außerdem wird die Basisdokumentation mit Eingangs- und Entlassungsdokumentation erhoben.

Ergebnisse
Noch keine Ergebnisse

EMAK-11: Merkmale von Therapieabbrechern

Merkmale von Patienten, die eine Routinetherapie vorzeitig abbrechen

Forschungsteam
Daniel Walter (koordinierend), Paula Viefhaus, Dieter Breuer und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Bislang sind die Merkmale von Patienten bzw. ihrer Eltern, die eine angebotene Verhaltenstherapie abbrechen relativ wenig untersucht worden. Ziel dieses Projektes ist der Vergleich von Patienten und ihren Eltern, die eine Verhaltenstherapie abgebrochen haben im Vergleich zu Patienten, welche die Therapie durchgeführt haben.

Methode
Die Patienten und ihre Familien, die eine Therapie abbrechen sollen hinsichtlich soziodemographischer Merkmale sowie hinsichtlich Merkmalen der Störung (Diagnose, Symptomstärke im Eltern- und Selbsturteil, Funktionseinschränkung) bei Behandlungsbeginn mit Patienten und deren Familien verglichen werden, welche die Behandlung durchgeführt haben.

Ergebnisse
Es liegen noch keine Ergebnisse vor.

EMAK-12: Langzeitstabilität von ambulanter Verhaltenstherapie bei internalen Störungen

Langzeitstabilität von Routinetherapien bei Patienten mit internalen Störungen

Forschungsteam
Eva-Katharina Matthias, Ulrike Behrendt, Dieter Breuer, Paula Viefhaus, Daniel Walter (koordinierend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2021

Zielsetzung
Bislang ist die Langzeitstabilität von Alltagstherapien kaum untersucht worden. Deshalb sollen Patienten, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) durchlaufen haben und bei denen die Behandlung mindestens seit einem Jahr abgeschlossen ist, nachuntersucht werden.

Methode
Patienten mit der Diagnose einer Angststörung und einer depressiven Störung, die vor mindestens 12 Monaten die Therapie beendet haben werden nachuntersucht. Dabei werden Subgruppen eingeschlossen, bei denen ein vollständiger Verlauf vorliegt (d.h. Eingangs- und Abschlussmessungen), bei denen kein vollständiger Verlauf vorliegt und die vorzeitig beendet wurden.

Ergebnisse
Insgesamt wurden n = 211 ehemalige Patienten mit Angst- und depressiven Störungen nach durchschnittlich M = 5,3 Jahren nachuntersucht. Die Veränderungen während ambulanter Routine-Verhaltenstherapie hatten sich im Eltern- und Selbsturteil stabilisiert oder noch weiter vermindert. Gut ¾ der Studienteilnehmer zeigten klinisch unauffällige Werte bei der Follow-up Erhebung. 96 % der Teilnehmer hatten mittlerweile einen Schulabschluss erworben, 45 % hatten im Follow-up-Intervall keine weitere therapeutische Hilfe angenommen. 65 % berichteten von einer durchschnittlich bis sehr hohen Lebenszufriedenheit. Aufgrund der Drop-out-Quote von 55 % müssen diese Ergebnisse sicherlich mit Zurückhaltung interpretiert werden, auch wenn die gefundenen Unterschiede zwischen Studienteilnehmern und denjenigen, die nicht mehr erreicht werden konnten maximal gering waren.

EMAK-15: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Essstörungen

Alltagswirksamkeit und Stabilität multimodaler ambulanter Therapie von Jugendlichen mit Essstörungen in der Routineversorgung

Forschungsteam
Katja Lechleuthner, Christiane Rademacher, Daniel Walter (koordinierend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2021

Zielsetzung
Essstörungen bei Jugendlichen bedeuten einen erheblichen Risikofaktor für die weitere Entwicklung und gehen nicht selten mit lebensbedrohlicher Symptomatik einher. Während bereits Studien zur Wirksamkeit von ambulanter kognitiv-behavioraler Therapie an stark vorselektierten Patienten publiziert wurden, sind Wirksamkeitsstudien zur Effektivität von kognitiver Verhaltenstherapie unter Routinebedingungen an unselektierten Inanspruchnahmepopulationen selten. Die vorliegende Studie hat das Ziel, Patientinnen, die eine ambulante Verhaltenstherapie abgeschlossen hatten nachzuuntersuchen.

Methode
Eingeschlossen wurden etwa 60 Patientinnen, die vor mindestens einem und maximal 10 Jahren die Therapie beendet hatten. Diese wurden mit standardisierten Fragebögen im Selbst- und Elternurteil sowie mithilfe eines strukturierten Interviews nachuntersucht.

Ergebnisse
Repräsentativitätsanalysen zeigen, dass die untersuchte Kohorte sich von denjenigen Patientinnen, von denen keine Daten zum Katamnesezeitpunkt vorliegen je nach untersuchter Variable mit geringen bis mittleren Effektstärken unterscheidet. Während der Therapie konnten Patientinnen mit Anorexia nervosa deutlich und statistisch signifikant an Gewicht zunehmen (d = 1.04). Psychische Auffälligkeiten verminderten sich während der Therapie ebenfalls statistisch signifikant mit mittleren bis hohen Effektstärken. Analysen zur klinischen Bedeutsamkeit der Veränderungen zeigen, dass sich ein hoher Anteil der Patientinnen bedeutsam verbessert und zu Therapieabschluss im Selbst -und Elternurteil klinisch unauffällig ist (47,05 %). Allerdings zeigt auch ein hoher Anteil weiterhin klinisch bedeutsame Auffälligkeiten. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung konnten Patienten mit Anorexia nervosa ihr Gewicht weiter stabilisieren bzw. den BMI weiter steigern, allerdings zeigt ein Teil der ehemaligen Patientinnen auch weiterhin ein auffälliges Essverhalten (30,6 %) und psychische Symptome (mehrheitlich aus dem ängstlich-depressiven Formenkreis, 16,7 %).

EMAK-16: Therapiedauer und Therapieeffekte bei ambulanter Verhaltenstherapie

Einfluss der Therapiedauer auf die Veränderung psychischer Auffälligkeiten während ambulanter Routine-Verhaltenstherapie

Forschungsteam
Esther Rohde, Daniel Walter (koordinierend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2021

Zielsetzung
Bislang wurden Veränderungen psychischer Auffälligkeiten von kurzen im Vergleich zu Langzeit-Routine-Verhaltenstherapien bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen nicht untersucht. Deshalb sollen Patienten, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) erhalten haben in zwei Gruppen unterteilt (kurze vs. lange Therapiedauer) und ihre Verläufe miteinander verglichen werden.

Methode
N = 677 Patienten im Alter von 11 bis 18 Jahren, die eine Routine-Verhaltenstherapie von insgesamt mindestens 10 Sitzungen erhalten hatten und für die sowohl für Therapiebeginn als auch -abschluss psychische Auffälligkeiten im Eltern- (CBCL) und Selbsturteil (YSR) vorliegen, wurden am Median der Therapiedauer (41 Sitzungen) in zwei Gruppen geteilt und die Verläufe dieser beiden Gruppen miteinander vergleichen.

Ergebnisse
Längere Therapien unterschieden sich von kürzeren Therapien auf folgenden Merkmalen (Therapeutenurteil): stärkere psychosoziale Beeinträchtigung zu Therapiebeginn, der Erfolg der Therapie war bezogen auf die Symptomatik und die Gesamtsituation geringer, Patienten wurden von den Therapeuten während der Therapie als kooperativer beurteilt. Insgesamt fanden sich mehrheitlich keine statistisch signifikanten Unterschiede in den Symptomminderungen im Therapieverlauf zwischen kürzeren und längeren Therapien. Einzig auf der Skala externaler Störungen zeigte sich im Elternurteil bei längeren Therapien eine statistisch signifikante stärkere Symptomminderung (kleiner Effekt). Auch die klinisch beurteilte psychosoziale Beeinträchtigung zu Therapieende unterschied sich nicht. Eine mögliche Interpretation könnte sein, dass es sich bei der Gruppe der Patienten mit längerer Therapiedauer um komplexere, stärker beeinträchtigte Patienten handelt, die eine längere Therapie erhalten haben.

EMAK-17: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Enuresis

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Kindern mit Enuresis in der Routineversorgung

Forschungsteam
Tatjana Thye, Daniel Walter (koordinierend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2021

Zielsetzung
Aktuell finden sich kaum Daten zur Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie unter Routinebedingungen bei Kindern und Jugendlichen mit Enuresis. In dieser Studie sollen daher die Verläufe von Patienten mit Enuresis, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) erhalten haben untersucht werden.

Methode
Insgesamt werden n = 288 Patienten mit einer Enuresis analysiert. Anhand des klinischen Urteils wird die Häufigkeit des Einnässens zu Therapiebeginn und Therapieende miteinander verglichen. Zudem werden Veränderungen psychischer Auffälligkeiten im Eltern- (CBCL) und Lehrerurteil berechnet und deren klinische Bedeutsamkeit geprüft.

Ergebnisse
Die Enuresis-Symptomatik konnte im Verlauf der Therapie deutlich vermindert werden. Bei Patienten mit komorbiden Verhaltensauffälligkeiten im Eltern- bzw. im Lehrerurteil konnten zudem die Verhaltensauffälligkeiten deutlich reduziert werden.

EMAK-18: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Autismus-Spektrum-Störungen

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen in der Routineversorgung

Forschungsteam
Lea Sulprizio, Daniel Walter und Manfred Döpfner (koordinierend)

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) kommen bei Kindern und Jugendlichen häufig vor. Die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie ist in eng kontrollierten Studien gut belegt, allerdings finden sich kaum Daten zur Effektivität unter Routinebedingungen. Daher werden in der vorliegenden Analyse die Verläufe von Patienten mit ASS, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) erhalten haben untersucht.

Methode
Insgesamt sollen alle Patienten im Alter von 6-18 Jahren eingeschlossen werden, die eine Therapie von mindestens 10 Sitzungen erhalten haben. Veränderungen während der Therapie sollen im Eltern- (CBCL) und bei Patienten ab 11 Jahren im Selbsturteil (YSR) sowie im Lehrerurteil berechnet und die klinische Bedeutsamkeit der Veränderungen mittels Reliable Chance Index bestimmt werden. Dabei sollen auch Skalen der Fragebogenverfahren verwendet werden, mit denen Autismus-Spektrum-Störungen detektiert werden können

Ergebnisse
Insgesamt wurden n=331 Patienten mit einer ASS in die Analyse eingeschlossen (n=302 mit Elternurteilen, n=136 mit Lehrerurteilen, n=119 mit Selbsturteilen ab 11 Jahre). Insgesamt konnte im Elternurteil und im Selbsturteil überwiegend moderate bis starke Verminderungen von internaler und externaler Symptomatik und im Elternurteil geringe aber ebenfalls signifikante Verminderungen in der autistischen Symptomatik belegt werden

EMAK-19: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Schulvermeidung

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Kindern mit Schulvermeidung und psychischen Störungen in der Routineversorgung

Forschungsteam
Lena Heindrichs, Daniel Walter (koordinierend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2021

Zielsetzung
Schulvermeidung ist ein häufiges Problem in unserer Gesellschaft und bedeutet eine erhebliche Entwicklungsgefährdung der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Das Chronifizierungsrisiko ist hoch und viele der Betroffenen nehmen unbehandelt einen ungünstigen Verlauf. Die bislang vorliegenden kontrollierten Therapiestudien verweisen auf kognitive Verhaltenstherapie als Methode der Wahl. Allerdings ist die Frage, inwieweit solche Ergebnisse auf die Routineversorgung übertragen werden können, weitgehend unerforscht.

Methode
Insgesamt wurden abgeschlossene Therapien von Patienten im Alter zwischen 11 und 18 Jahren analysiert, die mindestens 10 Therapiesitzungen bekommen hatten und von denen vollständige CBCLs und YSR zu Therapiebeginn und -abschluss vorlagen. Zudem mussten Therapeuten im CASCAP-D das Item „läuft weg / schwänzt Schule“ oder „Trennungsangst“ als zumindest ein wenig vorhanden eingeschätzt haben oder eine emotionale Störung mit Trennungsangst diagnostiziert haben. Insgesamt wiesen n = 211 Patienten diese Merkmale auf – ihre Akten wurden von zwei unabhängigen Beurteilern auf das Vorliegen von keiner, leichter oder starker Schulvermeidung (mind. 25 % Fehlzeiten in den letzten 2 Wochen ODER mind. 15 % Fehlzeiten in den letzten 15 Wochen ODER mind. 95 Fehlstunden auf dem letzten Zeugnis) untersucht. Die Beurteilerübereinstimmung zwischen den beiden Beurteilern war hoch (Kappa k = 0.87). Insgesamt fanden sich n = 49 Jugendliche mit Schulvermeidung, deren Veränderungen (Schulvermeidung / psychische Auffälligkeiten) während der Therapie untersucht wurden.

Ergebnisse
Zu Therapiebeginn wiesen n = 21 Jugendliche eine leichte und n = 28 Patienten eine starke Schulvermeidung auf. Zu Therapieabschluss besuchten n = 30 (61,2 %) wieder regelmäßig die Schule, n = 17 Patienten wiesen eine leichte und n = 2 Patienten eine starke Schulvermeidung auf. Diese starken Verbesserungen waren statistisch hoch signifikant. In der CBCL und im YSR fanden sich auf den Gesamtskalen mehrheitlich mittlere bis starke Symptomminderungen. Insgesamt geben die Ergebnisse dieser Studie Hinweise auf die Wirksamkeit von KVT bei dieser Gruppe von Patienten und bestätigen damit die Ergebnisse aus hochkontrollierten Gruppenstudien. Aufgrund der fehlenden experimentellen Kontrolle und der Erfassung von Schulvermeidung über Aktenanalysen sollten die Ergebnisse dennoch mit Vorsicht interpretiert werden.

EMAK-21:Vorhersage von Veränderungen während ambulanter Routine-Verhaltenstherapie

Vorhersage von Veränderungen während ambulanter Routine-Verhaltenstherapie

Forschungsteam
Dieter Breuer, Daniel Walter (koordinierend), Paula Viefhaus, Sabine Junk und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Bislang ist die Vorhersage von Symptomminderungen in Alltagstherapien kaum untersucht worden. Deshalb sollen beendete Verhaltenstherapien in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP), in denen mindestens 10 Therapiesitzungen stattfanden und für die eine vollständige Eingangs- und Abschlussdiagnostik vorliegt, untersucht werden. Hierbei soll geprüft werden, inwieweit Merkmale des Patienten, der psychischen Störung, soziodemographische Faktoren oder Merkmale der Therapie eine substantielle Vorhersage über die Symptomatik zu Therapieende oder die Symptomminderung im Verlaufe der Therapie erlauben.

Methode
In getrennten Analysen für Kinder und für Jugendliche sollen über LASSO-Regressionsanalysen bedeutsame Prädiktoren des Therapieerfolges im Eltern-, Lehrer- und Selbsturteil (operationalisiert durch CBCL, TRF und YSR) ermittelt werden.

Ergebnisse
Studie 1: Prädiktion von Veränderungen während der Therapie bei Jugendlichen

Die Ergebnisse der LASSO-Regression für die Vorhersage der Gesamtsymptomatik im Elternurteil sind in Tabelle 3 dargestellt. Der Anteil der durch das gesamte Modell erklärten Devianz beträgt 43.3%. 23.2% der Devianz wird durch die Symptomatik zu Therapiebeginn erklärt, die verliebenden 20.1% werden durch 12 Prädiktorvariablen erklärt. Jugendhilfemaßnahmen sowie eine schlechte Kooperation des*der Patient*in) gehen mit einer stärkeren Symptomatik zu Therapieende einher. Insgesamt unterscheiden sich die Kombination der relevanten Prädiktoren und teilweise auch die Richtung ihres Einflusses nicht nur zwischen internaler, externaler und Gesamtsymptomatik, sondern auch zwischen den verschiedenen Beurteiler*innen Eltern, Patient*in und Lehrer*in. Den größten Zusammenhang wies die Kooperation des*der Patient*in auf. In Bezug auf einige anderen Variablen wie Jugendhilfemaßnahmen, eine Wohnsituation nicht bei der leiblichen Mutter, die Stärke der externalisierenden respektive internalisierenden Symptomatik und eine bestehende medikamentöse Behandlung zu Therapiebeginn sind ebenfalls starke Hinweise auf die Relevanz dieser zu finden

EMAK-22: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Tic-Störungen

Alltagswirksamkeit ambulanter Therapie von Kindern- und Jugendlichen mit Kindern Tic-Störungen in der Routineversorgung

Forschungsteam
Paula Viefhaus, Daniel Walter und Manfred Döpfner (koordinierend)

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Tic- und Tourette-Störungen kommen bei Kindern und Jugendlichen häufig vor. Die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie, vor allem des Trainings der Reaktionsumkehr ist in eng kontrollierten Studien gut belegt, allerdings finden sich kaum Daten zur Effektivität unter Routinebedingungen. Daher werden in der vorliegenden Analyse die Verläufe von Patienten mit Tic- und Tourette-Störungen, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) erhalten haben, untersucht.

Methode
Insgesamt sollen alle Patienten im Alter von 6-18 Jahren eingeschlossen werden, die eine Therapie von mindestens 10 Sitzungen erhalten haben. Veränderungen während der Therapie sollen im Eltern- (CBCL) und bei Patienten ab 11 Jahren im Selbsturteil (YSR) sowie im Lehrerurteil berechnet und die klinische Bedeutsamkeit der Veränderungen mittels Reliable Chance Index bestimmt werden. Zusätzlich sollen auch Skalen der Fragebogenverfahren verwendet werden, mit denen Tic-Störungen detektiert werden können (FBB-TIC, SBB-TIC).

Ergebnisse
Es liegen noch keine Ergebnisse vor.

EMAK-23: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie in den ersten Behandlungsmonaten

Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie in den ersten Behandlungsmonaten

Forschungsteam
Daniel Walter (koordinierend) und Manfred Döpfner 

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2023

Zielsetzung
Bislang wurden in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) Therapieverläufe über den gesamten Behandlungszeitraum analysiert. Die geplanten Analysen sollen Therapieverläufe in den ersten Behandlungsmonaten untersuchen und diese in Beziehung zu den vor Behandlungsbeginn erhobenen Verläufen setzen. Durch den Vergleich von Wartezeit- mit Therapieverläufen sollen weitere Hinweise auf Therapieeffekte überprüft werden. 

Methode
Insgesamt sollen alle Patienten im Alter von 6-18 Jahren eingeschlossen werden, die eine Therapie von mindestens 10 Sitzungen erhalten haben und deren Verlauf in sechsmonatigen Intervallen mit dem Fremdurteilsbogen zum Screening psychischer Störungen überprüft worden ist.

Ergebnisse
Es liegen noch keine Ergebnisse vor.

EMAK-24: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie bei spezifischen Angststörungen

Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie bei spezifischen Angststörungen

Forschungsteam
Daniel Walter (koordinierend) und Manfred Döpfner 

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2023

Zielsetzung
Bislang wurde die Alltagswirksamkeit kognitiver Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit verschiedenen Formen von Angststörungen untersucht (Goletz et al., 2013). In einem deutlich vergrößerten Datensatz sollen nun die Verläufe bei Kindern und Jugendlichen mit spezifischen Angststörungen untersucht werden. Dazu zählen soziale Angststörungen, Störungen mit Trennungsangst und generalisierte Angststörungen.

Methode
Insgesamt sollen alle Patienten im Alter von 6-18 Jahren eingeschlossen werden, bei denen die jeweiligen Angststörungen diagnostiziert wurden und die eine Therapie von mindestens 10 Sitzungen erhalten haben. Veränderungen während der Therapie sollen im Eltern- (CBCL) und bei Patienten ab 11 Jahren im Selbsturteil (YSR) sowie im Lehrerurteil (TRF) berechnet und die klinische Bedeutsamkeit der Veränderungen soll mittels Reliable Chance Index bestimmt werden. Zusätzlich sollen auch Fragebogenverfahren verwendet werden, mit denen die jeweiligen Angst-Störungen detektiert werden können (FBB-ANG, SBB-ANG)

Ergebnisse
Es liegen noch keine Ergebnisse vor.

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