Forschungsgruppe EMAK

Evaluation multimodaler ambulanter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Die multimodale Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie stellt einen Ansatz zur Entwicklung eines Konzeptes einer allgemeinen Psychotherapie für Kinder und Jugendliche dar. Diese lässt sich als eine problemorientierte, individualisierte, sequenzielle und adaptive, entwicklungs- und ergebnisorientierte Therapie charakterisieren, die auf der Grundlage allgemeiner Wirkprinzipien evidenzbasierte Interventionsmethoden anwendet, dabei den spezifischen Kontext berücksichtigt, in dem die Probleme auftreten und mehrere Interventionsebenen integriert. Neben der patientenzentrierten Intervention sind eltern- und familienzentrierte sowie kindergarten- oder schulzentrierte und auch gleichaltrigenzentrierte Interventionen von herausragender Bedeutung. Entsprechend dem von Grawe entwickelten Modell einer allgemeinen Psychotherapie bei Erwachsenen, werden auch in der Therapie von Kindern und Jugendlichen die Ressourcenaktivierung, die Problemaktualisierung, die aktive Hilfe zur Problembewältigung und die Klärungsperspektive als generelle therapeutische Wirkprinzipien angenommen, die allerdings sowohl bei den Patienten als auch seinen Bezugspersonen realisiert werden sollen.

In der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (AKiP) werden die Therapien nach dem Konzept der multimodalen Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in den verschiedenen Teilambulanzen durchgeführt. Übergeordnetes Ziel dieser Forschungsgruppe ist die Evaluation der durchgeführten Psychotherapien, bei der nicht nur die Alltagswirksamkeit der Behandlungen bei verschiedenen Störungsbildern analysiert, sondern auch Moderatoren und Mediatoren des Therapieerfolges untersucht werden sollen.

Bislang wurde störungsübergreifend die Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Kindern und Jugendlichen im Urteil der Eltern (EMAK-7, Walter et al., 2015) und von Eltern und Lehrern (EMAK-9, Walter et al., 2018b) sowie von Jugendlichen im Urteil der Eltern und der Patienten (EMAK-7, Walter et al., 2018a) nachgewiesen. Störungsspezifisch wurde die Alltagswirksamkeit kognitiver Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen (EMAK-5; Goletz et al., 2013) und Zwangsstörungen (EMAK-6, Beig, 2017) belegt. Die Zufriedenheit in der Behandlung von Jugendlichen wurde aus der Perspektive der Patienten, der Eltern und der Therapeuten untersucht (EMAK-10, Viefhaus et al., 2018). Zudem wurde der Beziehungsfragebogen für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (BeKi) entwickelt und der Zusammenhang zum Behandlungserfolg überprüft (EMAK-8, Kinnen et al., 2011; Kinnen & Döpfner, 2013).

Finanzierung

  • Ausbildungs- und Forschungsinstitut für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP)
  • Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Uniklinik Köln
Publikationen

Ahle, M. E., Döpfner, M., Könning, J., Mattejat, F., Müller, U., Walter, D., & Zumpf, H. (2006). Qualitätssicherung bei Therapien mit Kindern und Jugendlichen. In F. Mattejat (Hrsg.), Lehrbuch der Psychotherapie, Band 4: Verhaltenstherapie mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien (S. 197 - 206). München: CIP-Medien

Beig, I., Döpfner, M., Goletz, H., Plück, J., Dachs, L., Kinnen, C. & Walter, D. (2017). Alltagswirksamkeit kognitiver Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen in einer Ausbildungsambulanz. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 45, 219 - 235. doi: 10.1024/1422-4917/a000416.

Döpfner, M. & Lehmkuhl, G. (2002). Die Wirksamkeit von Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie. Psychologische Rundschau, 53, 184-193.

Döpfner, M. (2003). Wie wirksam ist Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie? Psychotherapeutenjournal, 2, 258 - 266.

Döpfner, M. (2004). Multimodale Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie - auf dem Weg zu einer schulenübergreifenden Psychotherapie? In F. Resch & M. Schulte-Markwort (Hrsg.), Trauma - Stress - Konflikt. Langeooger Texte zur Psychotherapie im Kindes- und Jugendalter, Band 2 (S. 87-98). Stuttgart: Schattauer.

Döpfner, M. (2006). Therapieforschung – Methoden und Ergebnisse. In F. Mattejat (Hrsg.), Lehrbuch der Psychotherapie, Band 4: Verhaltenstherapie mit Kindern, Jugendlichen und ihren Familien (S. 97 - 108). München: CIP-Medien

Döpfner, M. (2013). Psychotherapie. In F. Petermann (Hrsg.), Lehrbuch der klinischen Kinderpsychologie (7. Aufl., S. 823 - 841). Göttingen: Hogrefe.

Döpfner, M. (2009). Psychotherapieforschung. In S. Schneider & J. Margraf (Hrsg.), Lehrbuch der Verhaltenstherapie, Band 3: Störungen im Kindes- und Jugendalter. (S. 159 - 179). Berlin: Springer-Verlag.
Döpfner, M., & Steinhausen, H.-C. (2012). Kinder-Diagnostik-System (KIDS), Band 3: Störungsübergreifende Verfahren zur Diagnostik psychischer Störungen Göttingen: Hogrefe.

Goletz, H., Yang, Y.-I., Suhr-Dachs, L., Walter, D., & Döpfner, M. (2013). Alltagswirksamkeit kognitiver Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen in einer Ausbildungsambulanz. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 41, 247-260. doi: 10.1024/1422-4917/a000239

Kinnen, C., Breuer, H.-D., & Döpfner, M. (2011). Konzeption und Evaluation des Beziehungsfragebogens für die Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie (BeKi). Klinische Diagnostik und Evaluation, 4, 301-323.

Kinnen, C., & Döpfner, M. (2013). Zusammenhang von therapeutischer Beziehung mit Symptomminderung und Behandlungszufriedenheit in der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS und/oder Störungen des Sozialverhaltens. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, 41, 133-144.

Viefhaus, P., Doepfner, M., Dachs, L., Goletz, H., Goertz-Dorten, A., Kinnen, C., Perri, D., Rademacher, C., Schuermann, S., Woitecki, K., Wolff Metternich-Kaizman, T., & Walter, D. (2018). Treatment satisfaction following routine outpatient cognitive-behavioral therapy of adolescents with mental disorders – a triple perspective of patients, parents and therapists. European Child & Adolescent Psychiatry 28, 543 - 556. doi: https://doi.org/10.1007/s00787-018-1220-2

Walter, D., Dachs, L., Faber, M., Goletz, H., Görtz-Dorten, A., Kinnen, C., Rademacher, C., Schürmann, S., Woitecki, K., Wolff Metternich-Kaizman, T., Plück, J., Hautmann, C., Ise, E., & Döpfner, M. (2015). Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Kindern und Jugendlichen im Urteil der Eltern in einer universitären Ausbildungsambulanz. Zeitschrift für Klinische Psychologie und Psychotherapie 44, 169-180.

Walter, D., Dachs, L., Faber, M., Goletz, H., Goertz-Dorten, A., Hautmann, C., Kinnen, C., Rademacher, C., Schuermann, S., Wolff Metternich-Kaizman, T., & Doepfner, M. (2018a). Effectiveness of outpatient cognitive-behavioral therapy for adolescents under routine care conditions on behavioral and emotional problems rated by parents and patients: an observational study. European Child & Adolescent Psychiatry, 27, 65-77. doi: 10.1007/s00787-017-1021-z

Walter, D., Dachs, L., Farwick zum Hagen, J., Goletz, H., Goertz-Dorten, A., Kinnen, C., Rademacher, C., Schuermann, S., Viefhaus, P., Wolff Metternich-Kaizman, T., & Doepfner, M. (2018b). Parent and teacher rated effectiveness of cognitive-behavioral therapy for children and adolescents under usual care conditions in a university outpatient clinic. Child Psychiatry and Human Development (online first). doi: 0.1007/s10578-018-0860-2

Masterarbeiten und Dissertationen

Beig, I. (2014) Alltagswirksamkeit kognitiver Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen mit Zwangsstörungen in einer Ausbildungsambulanz. Masterarbeit Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität zu Köln.

Buschsieweke, J. (2016). Alltagswirksamkeit ambulanter kognitiver Verhaltenstherapie bei depressiven Jugendlichen in einer universitären Ausbildungsambulanz. Masterarbeit Heinrich-Heine-Universität, Düsseldorf.

Dommermuth, N. (2014). Symptomverlauf und der Verlauf komorbider Symptomatik bei Routinetherapie von Kindern und Jugendlichen mit der Diagnose Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörung (ADHS) in einer Ausbildungsambulanz. Masterarbeit, Universität Münster.

Hensen, J. (2014). Wirksamkeit der multimodalen Routinetherapie in einer Ausbildungsambulanz bei Kindern mit der Diagnose Störung des Sozialverhaltens. Masterarbeit, Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität Köln.

Lechleuthner, K. (2017). Effectiveness and stability of outpatient cognitive behavioral therapy under routine care conditions at a university outpatient clinic for adolescents with eating disorders. Mastarbeit. Humanwissenschaftliche Fakultät, Universität Köln.

Aktuelle Teilprojekte

EMAK-1: Entwicklung und Pflege eines digitalen Dokumentationssystems für die multimodale ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Entwicklung und Pflege eines digitalen Dokumentationssystems für die multimodale ambulante Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie

Forschungsteam
Daniel Walter (federführend), Paula Viefhaus, Sabine Junk, Jens Körner, Lea Meininger, Rebecca
Stiels, Jens Seuthe, Lydia Dachs, Claudia Kinnen, Christopher Hautmann und Manfred Döpfner

Laufzeit
Wird kontinuierlich fortgesetzt

Zielsetzung
Bislang liegen kaum Ergebnisse zur Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie in der Routineversorgung vor. Grundlage für eine solche Evaluation ist eine standardisierte Dokumentation der behandelten Patienten, der durchgeführten Behandlung und der Veränderungen der Symptomatik im Verlauf der ambulanten Therapie. In diesem Teilprojekt werden ein standardisiertes Dokumentationssystem sowie eine standardisierte Eingangs- und Entlassungsdiagnostik aufgebaut und Eingabe- und Kontrollroutinen entwickelt (s.
auch Projekt DIAMON).

Methode
Als standardisiertes Dokumentationssystem wird die Basisdokumentation für Kinder und Jugendliche weiterentwickelt und auf die Besonderheiten der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie angepasst.
Die Basisdokumentation besteht aus einer Eingangsdokumentation mit Patientendokumentation,
Aufnahmedokumentation, Soziodemographischer Dokumentation und Psychopathologischer
Beurteilung sowie einer Entlassungsdokumentation mit Diagnosedokumentation und
Interventionsdokumentation. Für die Allgemeinambulanz und die Teilambulanzen des Ausbildungs- und Forschungsinstituts werden zudem jeweils spezifische Pakete einer standardisierten Eingangs- und Entlassungsdiagnostik zusammengestellt.

Ergebnisse
Die Dokumentation hat sich mittlerweile in der Routine bewährt. Spezifische Ergebnisse werden in den anderen Teilprojekten ermittelt.

EMAK-2: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Kindern- und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen in der Routineversorgung

Forschungs-Team
Tanja Wolff Metternich-Kaizman, Stephanie Schürmann (beide federführend), Claudia Kinnen, Nina Dommermuth, Julia Plück, Daniel Walter und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Die Wirksamkeit des Therapieprogramms für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) bei der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) wurde in mehreren kontrollierten Studien belegt. Bislang liegen jedoch kaum Ergebnisse zur Alltagswirksamkeit der Therapie von Kindern- und Jugendlichen mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen in der Routineversorgung vor. Ziel dieses Teilprojektes ist die Untersuchung der Alltagswirksamkeit von Kindern und Jugendlichen mit ADHS, die in der Spezialambulanz ADHS der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts AKiP behandelt werden. Neben der Überprüfung der Veränderungen hinsichtlich ADHS-Symptomatik, komorbider Symptomatik, Funktionsniveau und Lebensqualität im Verlauf der Therapie sollen auch die Zufriedenheit mit der Therapie analysiert und Moderatoren der Alltagswirksamkeit untersucht werden. Dabei werden die Effekte sowohl von psychotherapeutischen Behandlungen nach dem Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) als auch von kombinierten pharmakologisch-psychotherapeutischen Behandlungen analysiert.

Methode
Folgende Verfahren werden bei Beginn und bei Ende der ambulanten Therapie zur Erfassung des Verlaufs während der Therapie eingesetzt:

  • Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL/4-18) bzw. Elternfragebogen für Klein- und Vorschulkinder (CBCL/ 1½-5)
  • Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (TRF) bzw. Fragebogen für ErzieherInnen von Klein- und Vorschulkindern (CTRF/ 1½-5)
  • Fragebogen für Jugendliche (YSR)
  • Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) im Eltern- und Lehrerurteil
  • Fremdbeurteilungsbogen für Störungen des Sozialverhaltens (FBB-SSV) im Eltern- und Lehrerurteil
  • Elternfragebogen über Problemsituationen in der Familie (EF-PF)
  • Fragebogen über Verhaltensprobleme bei den Hausaufgaben (FVH)
  • Selbstbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (SBB-ADHS) im Selbsturteil ab dem Alter von 11 Jahren
  • Selbstbeurteilungsbogen für Störungen des Sozialverhaltens (SBB-SSV) im Selbsturteil ab dem Alter von 11 Jahren

Zusätzlich wird bei Behandlungsende der Fragebogen zur Beurteilung der Behandlung (Therapeut, Eltern; FBB) zur Erfassung der Zufriedenheit mit der Therapie eingesetzt. Außerdem wird die Basisdokumentation mit Eingangs- und Entlassungsdokumentation erhoben.

Ergebnisse
In einer Zwischenanalyse wurden die Symptomverläufe bei ADHS-Patienten untersucht. Bei einer Stichprobe von n = 858 Patienten („Completer“-Analyse) können anhand der regulär eingesetzten Breitband- und störungsspezifischen Instrumente im Elternurteil, teils auch im Lehrer- und im Selbsturteil Veränderungen der Symptomatik über die jeweils erste Behandlungsepisode hinweg betrachtet werden. Ergebnisse / Schlussfolgerung. Im Elternurteil finden sich durchgängig signifikante Reduktionen der Symptomatik. Dies gilt auch für das Urteil aus anderen Perspektiven, das für Teilstichproben zur Verfügung steht. Dabei werden mindestens geringe, in vielen Fällen aber auch mittlere bis große Effektstärken erreicht. Die Betrachtung der relativen, individuellen Veränderung (klinische Signifikanz) hinsichtlich der zentralen Symptombereiche kann für dieses Studiendesign wertvolle Hinweise auf die Bedeutsamkeit der Effekte leisten: 30 %-50 % der Patienten mit auffälliger Ausprägung zu Beginn der Behandlung verbessern sich in bedeutsamem Ausmaß.

EMAK-3: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Störungen des Sozialverhaltens

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Kindern mit Störungen des Sozialverhaltens in der Routineversorgung

Forschungs-Team
Anja Görtz-Dorten (federführend), Jule Hensen, Martin Faber, Julia Plück, Daniel Walter und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Die Wirksamkeit des Therapieprogramms für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) wurde bei der Behandlung von Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS), die häufig auch Störungen des Sozialverhaltens aufweisen untersucht. Es liegen noch keine Studien zur Wirksamkeit von THOP bei Kindern mit Störungen des Sozialverhaltens ohne ausgeprägte ADHS vor. Patientenzentrierte Interventionen zur Verminderung aggressiver Verhaltensauffälligkeiten sind nicht Bestandteil von THOP. Das Therapieprogramm für Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV) integriert patientenzentrierte und familienzentrierte Interventionen und wird gegenwärtig in kontrollierten Studien analysiert. Bislang liegen jedoch kaum Ergebnisse zur Alltagswirksamkeit der Therapie von Kindern mit Störungen des Sozialverhaltens in der Routineversorgung vor. Ziel dieses Teilprojektes ist die Untersuchung der Alltagswirksamkeit von Kindern und Jugendlichen mit Störungen des Sozialverhaltens, die in der Spezialambulanz für Störungen des Sozialverhaltens der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts AKiP behandelt werden. Neben der Überprüfung der Veränderungen hinsichtlich ADHS-Symptomatik, komorbider Symptomatik, Funktionsniveau und Lebensqualität im Verlauf der Therapie sollen auch die Zufriedenheit mit der Therapie analysiert und Moderatoren der Alltagswirksamkeit untersucht werden. Dabei werden die Effekte von psychotherapeutischen Behandlungen nach dem Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) und dem Therapieprogramm für Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV) analysiert.

Methode
Folgende Verfahren werden bei Beginn und bei Ende der ambulanten Therapie zur Erfassung des Verlaufs während der Therapie eingesetzt:

  • Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL/4-18) bzw. Elternfragebogen für Klein- und Vorschulkinder (CBCL/ 1½-5)
  • Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (TRF) bzw. Fragebogen für ErzieherInnen von Klein- und Vorschulkindern (CTRF/ 1½-5)
  • Fragebogen für Jugendliche (YSR)
  • Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) und für Störungen des Sozialverhaltens (FBB-SSV) im Eltern- und Lehrerurteil
  • Selbstbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (SBB-ADHS) und für Störungen des Sozialverhaltens (SBB-SSV) im Selbsturteil (ab 11 Jahren)
  • Elternfragebogen über Problemsituationen in der Familie (EF-PF)
  • Fragebogen für aggressives Verhalten (FAVK) im Elternurteil und im Selbsturteil (ab 9 Jahren)

Zusätzlich wird bei Behandlungsende der Fragebogen zur Beurteilung der Behandlung (Therapeut, Eltern; FBB) zur Erfassung der Zufriedenheit mit der Therapie eingesetzt. Außerdem wird die Basisdokumentation mit Eingangs- und Entlassungsdokumentation erhoben.

Ergebnisse
N=222 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren mit der Diagnose einer Störung des Sozialverhaltens wurden einer manualisierten Forschungstherapie mit THAV (n=60, 24 wöchentliche Einzelsitzungen, plus Elterngespräche und Lehrerkontakte) oder einer Routine-Verhaltenstherapie (n=162, mindestens 10 Einzelsitzungen einschließlich Elterngespräche, Lehrerkontakte, Soziotherapie und medikamentöser Behandlung) zugewiesen. Es wurden Varianz- und Kovarianzanalysen durchgeführt und Effektstärken für die aggressive und komorbide Symptomatik berechnet. Diese verschiedenen Variablen wurden mit Hilfe von Fragebögen erhoben. Es zeigt sich eine Verminderung aggressiver und komorbider Symptomatik im Therapiezeitraum sowohl in der Forschungs- als auch in der Routinebehandlungsbedingung. Eine signifikant stärkere Verminderung aggressiver und komorbider Symptomatik zeigt sich im Eltern- und Lehrerurteil unter der Forschungsbedingung im Vergleich zur Routinetherapie. Diese Effekte vermindern sich bei Angleichung der Stichproben hinsichtlich der Stärke der Symptomatik bei Behandlungsbeginn.

EMAK-4: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Selbstwert- / Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST)

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Jugendlichen mit Selbstwert- / Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST) in der Routineversorgung

Forschungsteam
Christiane Rademacher, Daniel Walter (beide federführend), Paula Viefhaus, Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Das Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST) wird gegenwärtig für Jugendliche entwickelt, die ein Mischbild aus einer oder mehrerer der folgenden Störungen aufweisen:

  • Selbstwertstörungen (meist geringes Selbstwertgefühl sowie Störungen der Affektivität mit depressiver Symptomatik oder dysphorisch gereiztem Affekt)
  • Leistungsstörungen (verminderte schulische Leistungsfähigkeit, häufig in Verbindung mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (ADHS)
  • Beziehungsstörungen (mit Störungen in den Familienbeziehungen oder in den Gleichaltrigenbeziehungen).

Bislang liegen keine Ergebnisse zur Alltagswirksamkeit der Therapie von Jugendlichen mit Selbstwert- / Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST) in der Routineversorgung vor. Ziel dieses Teilprojektes ist daher die Untersuchung der Alltagswirksamkeit von Kindern und Jugendlichen mit vielfältigen psychischen Störungen, die in der Spezialambulanz SELBST der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts AKiP behandelt werden. Neben der Überprüfung der Veränderungen hinsichtlich der Selbstwert-, Leistungs- oder Beziehungsstörungen, komorbider Symptomatik, Funktionsniveau und Lebensqualität im Verlauf der Therapie sollen auch die Zufriedenheit mit der Therapie analysiert und Moderatoren der Alltagswirksamkeit untersucht werden. Dabei werden die Effekte sowohl von psychotherapeutischen Behandlungen nach dem Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST) als auch von kombinierten pharmakologisch-psychotherapeutischen Behandlungen analysiert.

Methode
Folgende Verfahren werden bei Beginn und bei Ende der ambulanten Therapie zur Erfassung des Verlaufs während der Therapie eingesetzt:

  • Elternfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (CBCL/4-18)
  • Lehrerfragebogen über das Verhalten von Kindern und Jugendlichen (TRF)
  • Fragebogen für Jugendliche (YSR)
  • Fremdbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (FBB-ADHS) und für depressive Störungen (FBB-DES) im Eltern- und Lehrerurteil
  • Selbstbeurteilungsbogen für Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörungen (SBB-ADHS) und für depressive Störungen (SBB-DES) im Selbsturteil ab dem Alter von 11 Jahren.
  • Depressionsinventar für Kinder und Jugendliche (DIKJ)
  • Screeningfragebögen aus dem Therapieprogramm SELBST

Zusätzlich wird bei Behandlungsende der Fragebogen zur Beurteilung der Behandlung (Therapeut, Eltern, Patient; FBB) zur Erfassung der Zufriedenheit mit der Therapie eingesetzt. Außerdem wird die Basisdokumentation mit Eingangs- und Entlassungsdokumentation erhoben.

Ergebnisse
Noch keine Ergebnisse

EMAK-10: Zufriedenheit mit ambulanter Verhaltenstherapie in der Routineversorgung

Zufriedenheit von Patienten, Eltern und Therapeuten mit ambulanter Verhaltenstherapie in der Routineversorgung

Forschungsteam
Daniel Walter (federführend), Dieter Breuer, Paula Viefhaus und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2019

Zielsetzung
Die subjektive Zufriedenheit von Kindern und Jugendlichen, ihren Eltern sowie ihren Therapeuten mit einer durchgeführten ambulanten Verhaltenstherapie kann sich deutlich von den während der Therapie erzielten Verhaltensänderungen unterscheiden und ist bislang kaum wissenschaftlich untersucht worden. Ziel dieses Projektes ist die Überprüfung dieser Zufriedenheit nach Abschluss der ambulanten Verhaltenstherapie.

Methode
Instrument
Der “Fragebogen zur Beurteilung der Behandlung (FBB) liegt in 3 unterschiedlichen Versionen vor und zwar als Therapeuten-, Patienten- und Elternversion (FBB-T, FBB-P, FBB-E). Die einzelnen Versionen unterscheiden sich zwar hinsichtlich ihrer Skalendefinitionen, erfassen aber allesamt zwei Aspekte, nämlich zum einen den Aspekt der “Ergebnisqualität“ (Qualität des Behandlungserfolges) und zum anderen den Aspekt der “Prozessqualität“ (Qualität des Behandlungsverlaufes). Über die Fragebögen wird ermittelt, wie positiv oder negativ der Behandlungserfolg und –verlauf von den verschiedenen Beurteilern eingeschätzt wird, respektive welche Aussage zur Zufriedenheit der Beurteiler getroffen werden kann.

Ergebnisse einer Studie zur Zufriedenheit von Jugendlichen im Eltern-, Selbst- und Therapeutenurteil (Viefhaus et al., 2018)
The present study investigates treatment satisfaction (TS) rated by multiple informants (patient, parent, therapist) following routine outpatient cognitive-behavioral therapy (CBT) within a large sample (n = 965) of clinically referred adolescents aged 11–20 years. Moreover, potential predictors of TS were analyzed (patient-related variables, mental disorder characteristics, socio-demographic factors and treatment variables). Overall, our results show a high treatment satisfaction in patient, parent and therapist ratings, with the therapists being the most critical raters (completely / predominantly satisfied: 87.8 % in patient, 92.0 % in parent, and 64.0 % in therapist ratings). Correlations between the three raters were only small to moderate, but statistically significant. Regression analysis examining differential effects found that mental disorder characteristics (parent- and patient-reported symptoms at post) and treatment variables (especially cooperation of patients and parents as rated by therapists) explained most of the variance in TS, whereas patient-related or socio-demographic variables did not emerge as relevant predictors of TS. The amounts of explained variance were R2 adj. = 0.594 in therapist rating, R2 adj. = 0.322 in patient, rating and R2 adj. = 0.203 in parent rating.

Ergebnisse einer Studie zur Zufriedenheit von Kindern im Eltern-, und Therapeutenurteil (Viefhaus et al., submitted)
This observational study examined treatment satisfaction (TS) following routine outpatient cognitive-behavioral therapy (CBT) in a large sample of children (n = 795; aged 6 to 10 years). TS was investigated in parent and therapist rating. Method: Means, standard deviations and inter-rater correlations were calculated to investigate TS. Regression analysis was conducted to examine potential predictors of TS (patient-related variables, mental disorder characteristics, socio-demographic factors and treatment variables). Results: High TS in parent and therapist rating was found, with therapists showing a lower degree of TS than parents (completely or predominantly satisfied: parent rating: 94.1 %, therapist rating: 69.5 %). A statistically significant, moderate inter-rater correlation was found. Regression analysis explained 21.8 % of the variance in parent rating and 57.2 % in therapist rating. Most of the TS variance was explained by mental disorder characteristics (parent-rated symptoms and therapist-rated global impairment at treatment end) and by treatment variables (especially the therapist-rated cooperation of parents and patients), whereas socio-demographic and patient-related variables did not emerge as relevant predictors at all. Conclusion: Based on these results, in order to optimize TS, therapists should concentrate on establishing a sustainable cooperation of parents and children during therapy, and work to achieve a low global impairment at treatment end.

EMAK-11: Merkmale von Therapieabbrechern

Merkmale von Patienten, die eine Routinetherapie vorzeitig abbrechen

Forschungsteam
Daniel Walter (federführend), Paula Viefhaus, Dieter Breuer und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Bislang sind die Merkmale von Patienten bzw. ihrer Eltern, die eine angebotene Verhaltenstherapie abbrechen relativ wenig untersucht worden. Ziel dieses Projektes ist der Vergleich von Patienten und ihren Eltern, die eine Verhaltenstherapie abgebrochen haben im Vergleich zu Patienten, welche die Therapie durchgeführt haben.

Methode
Die Patienten und ihre Familien, die eine Therapie abbrechen sollen hinsichtlich soziodemographischer Merkmale sowie hinsichtlich Merkmalen der Störung (Diagnose, Symptomstärke im Eltern- und Selbsturteil, Funktionseinschränkung) bei Behandlungsbeginn mit Patienten und deren Familien verglichen werden, welche die Behandlung durchgeführt haben.

Ergebnisse
Es liegen noch keine Ergebnisse vor.

EMAK-12: Langzeitstabilität von ambulanter Verhaltenstherapie bei internalen Störungen

Langzeitstabilität von Routinetherapien bei Patienten mit internalen Störungen

Forschungsteam
Ulrike Behrendt, Dieter Breuer, Paula Viefhaus, Daniel Walter (federführend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Bislang ist die Langzeitstabilität von Alltagstherapien kaum untersucht worden. Deshalb sollen Patienten, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) durchlaufen haben und bei denen die Behandlung mindestens seit einem Jahr abgeschlossen ist, nachuntersucht werden.

Methode
Patienten mit der Diagnose einer Angststörung und einer depressiven Störung, die vor mindestens 12 Monaten die Therapie beendet haben werden nachuntersucht. Dabei werden Subgruppen eingeschlossen, bei denen ein vollständiger Verlauf vorliegt (d.h. Eingangs- und Abschlussmessungen), bei denen kein vollständiger Verlauf vorliegt und die vorzeitig beendet wurden.

Ergebnisse
Insgesamt wurden n = 211 ehemalige Patienten mit Angst- und depressiven Störungen nach durchschnittlich M = 5,3 Jahren nachuntersucht. Die Veränderungen während ambulanter Routine-Verhaltenstherapie hatten sich im Eltern- und Selbsturteil stabilisiert oder noch weiter vermindert. Gut ¾ der Studienteilnehmer zeigten klinisch unauffällige Werte bei der Follow-up Erhebung. 96 % der Teilnehmer hatten mittlerweile einen Schulabschluss erworben, 45 % hatten im Follow-up-Intervall keine weitere therapeutische Hilfe angenommen. 65 % berichteten von einer durchschnittlich bis sehr hohen Lebenszufriedenheit. Aufgrund der Drop-out-Quote von 55 % müssen diese Ergebnisse sicherlich mit Zurückhaltung interpretiert werden, auch wenn die gefundenen Unterschiede zwischen Studienteilnehmern und denjenigen, die nicht mehr erreicht werden konnten maximal gering waren.

EMAK-14: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von depressiven Störungen

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Jugendlichen mit depressiven Störungen in der Routineversorgung

Forschungsteam
Jana Buschsieweke, Christiane Rademacher, Daniel Walter (federführend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Depressive Störungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen im Jugendalter, die zu beträchtlichen familiären, schulischen und sozialen Beeinträchtigungen führen. Während die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie (KVT) in eng kontrollierten Studien gezeigt werden konnte, finden sich bislang nur wenige Studien, die Effekte von KVT unter Routinebedingungen untersuchen. Im Rahmen der vorliegenden naturalistischen Studie wurden Veränderungen während einer ambulanten KVT bei depressiven Jugendlichen untersucht und deren klinische Bedeutsamkeit geprüft.

Methode
Zwischen 2008 bis 2018 wurden insgesamt n = 495 depressive Jugendliche zwischen 11 und 18;11 Jahren (M = 15,87 Jahre) mit mindestens zehn Sitzungen behandelt. Von n = 331 Jugendlichen lagen vollständige Daten zu Prä und Post vor, diese bildeten den Kern der Analysen. Um systematische Unterschiede zwischen der Analysestichprobe und Patienten mit unvollständigen Daten zu prüfen, wurden Repräsentativitätsanalysen durchgeführt. In verschiedenen Substichproben wurden die Mittelwertverläufe von Therapiebeginn zu Therapieende im Selbst- (YSR und DISYPS-II SBB-DES) bzw. Elternurteil (CBCL und DISYPS-II FBB-DES) analysiert und mit einer historischen Kontrollgruppe von n = 25 Jugendlichen verglichen, die ‚treatment as usual‘ erhalten hatte (Weisz et al., 2009), die Größe der Veränderungen mithilfe von Effektstärken bestimmt und deren klinische Bedeutsamkeit mithilfe des Reliable Change Indexes (RCI) geprüft.

Ergebnisse
In der Gesamtgruppe zeigten sich sowohl im Selbst- als auch im Elternurteil statistisch hochsignifikante Verbesserungen auf nahezu allen Skalen. Die Effektstärken lagen mehrheitlich im mittleren bis großen Bereich und überstiegen deutlich diejenigen der historischen Kontrollgruppe. Trotz dieser deutlichen Symptomminderungen verblieb ein bedeutsamer Anteil der zu Prä auffälligen Jugendlichen auch zu Therapieende im klinisch auffälligen Bereich (CBCL: 57,8%; YSR: 50,2%). Insgesamt weisen die Ergebnisse auf die Wirksamkeit von Routine-KVT bei depressiven Jugendlichen hin, die nicht allein durch natürliche Entwicklungstrends oder Regressionseffekte erklärt werden können. Aufgrund einer direkten Kontrollbedingung können die beobachteten Veränderungen allerdings nicht sicher auf Therapieeffekte zurückgeführt werden.

EMAK-15: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Essstörungen

Alltagswirksamkeit und Stabilität multimodaler ambulanter Therapie von Jugendlichen mit Essstörungen in der Routineversorgung

Forschungsteam
Katja Lechleuthner, Christiane Rademacher, Daniel Walter (federführend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Essstörungen bei Jugendlichen bedeuten einen erheblichen Risikofaktor für die weitere Entwicklung und gehen nicht selten mit lebensbedrohlicher Symptomatik einher. Während bereits Studien zur Wirksamkeit von ambulanter kognitiv-behavioraler Therapie an stark vorselektierten Patienten publiziert wurden, sind Wirksamkeitsstudien zur Effektivität von kognitiver Verhaltenstherapie unter Routinebedingungen an unselektierten Inanspruchnahmepopulationen selten. Die vorliegende Studie hat das Ziel, Patientinnen, die eine ambulante Verhaltenstherapie abgeschlossen hatten nachzuuntersuchen.

Methode
Eingeschlossen wurden etwa 60 Patientinnen, die vor mindestens einem und maximal 10 Jahren die Therapie beendet hatten. Diese wurden mit standardisierten Fragebögen im Selbst- und Elternurteil sowie mithilfe eines strukturierten Interviews nachuntersucht.

Ergebnisse
Repräsentativitätsanalysen zeigen, dass die untersuchte Kohorte sich von denjenigen Patientinnen, von denen keine Daten zum Katamnesezeitpunkt vorliegen je nach untersuchter Variable mit geringen bis mittleren Effektstärken unterscheidet. Während der Therapie konnten Patientinnen mit Anorexia nervosa deutlich und statistisch signifikant an Gewicht zunehmen (d = 1.04). Psychische Auffälligkeiten verminderten sich während der Therapie ebenfalls statistisch signifikant mit mittleren bis hohen Effektstärken. Analysen zur klinischen Bedeutsamkeit der Veränderungen zeigen, dass sich ein hoher Anteil der Patientinnen bedeutsam verbessert und zu Therapieabschluss im Selbst -und Elternurteil klinisch unauffällig ist (47,05 %). Allerdings zeigt auch ein hoher Anteil weiterhin klinisch bedeutsame Auffälligkeiten. Zum Zeitpunkt der Nachuntersuchung konnten Patienten mit Anorexia nervosa ihr Gewicht weiter stabilisieren bzw. den BMI weiter steigern, allerdings zeigt ein Teil der ehemaligen Patientinnen auch weiterhin ein auffälliges Essverhalten (30,6 %) und psychische Symptome (mehrheitlich aus dem ängstlich-depressiven Formenkreis, 16,7 %).

EMAK-16: Therapiedauer und Therapieeffekte bei ambulanter Verhaltenstherapie

Einfluss der Therapiedauer auf die Veränderung psychischer Auffälligkeiten während ambulanter Routine-Verhaltenstherapie

Forschungsteam
Esther Rohde, Daniel Walter (federführend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Bislang wurden Veränderungen psychischer Auffälligkeiten von kurzen im Vergleich zu Langzeit-Routine-Verhaltenstherapien bei Kindern und Jugendlichen mit psychischen Störungen nicht untersucht. Deshalb sollen Patienten, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) erhalten haben in zwei Gruppen unterteilt (kurze vs. lange Therapiedauer) und ihre Verläufe miteinander verglichen werden.

Methode
N = 677 Patienten im Alter von 11 bis 18 Jahren, die eine Routine-Verhaltenstherapie von insgesamt mindestens 10 Sitzungen erhalten hatten und für die sowohl für Therapiebeginn als auch -abschluss psychische Auffälligkeiten im Eltern- (CBCL) und Selbsturteil (YSR) vorliegen, wurden am Median der Therapiedauer (41 Sitzungen) in zwei Gruppen geteilt und die Verläufe dieser beiden Gruppen miteinander vergleichen.

Ergebnisse
Längere Therapien unterschieden sich von kürzeren Therapien auf folgenden Merkmalen (Therapeutenurteil): stärkere psychosoziale Beeinträchtigung zu Therapiebeginn, der Erfolg der Therapie war bezogen auf die Symptomatik und die Gesamtsituation geringer, Patienten wurden von den Therapeuten während der Therapie als kooperativer beurteilt. Insgesamt fanden sich mehrheitlich keine statistisch signifikanten Unterschiede in den Symptomminderungen im Therapieverlauf zwischen kürzeren und längeren Therapien. Einzig auf der Skala externaler Störungen zeigte sich im Elternurteil bei längeren Therapien eine statistisch signifikante stärkere Symptomminderung (kleiner Effekt). Auch die klinisch beurteilte psychosoziale Beeinträchtigung zu Therapieende unterschied sich nicht. Eine mögliche Interpretation könnte sein, dass es sich bei der Gruppe der Patienten mit längerer Therapiedauer um komplexere, stärker beeinträchtigte Patienten handelt, die eine längere Therapie benötigen, um vergleichbare Effekte zu erzielen wie die Gruppe der weniger beeinträchtigten Patienten.

EMAK-17: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Enuresis

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Kindern mit Enuresis in der Routineversorgung

Forschungsteam
N.N., Daniel Walter (federführend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2019

Zielsetzung
Aktuell finden sich kaum Daten zur Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie unter Routinebedingungen bei Kindern und Jugendlichen mit Enuresis. In dieser Studie sollen daher die Verläufe von Patienten mit Enuresis, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) erhalten haben untersucht werden.

Methode
Insgesamt werden n = 216 Patienten mit einer Enuresis analysiert. Anhand des klinischen Urteils wird die Häufigkeit des Einnässens zu Therapiebeginn und Therapieende miteinander verglichen. Zudem werden Veränderungen psychischer Auffälligkeiten im Eltern- (CBCL) und Lehrerurteil berechnet und deren klinische Bedeutsamkeit geprüft.

Ergebnisse
Es liegen noch keine Ergebnisse vor.

EMAK-18: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Autismus-Spektrum-Störungen

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Kindern mit Autismus-Spektrum-Störungen in der Routineversorgung

Forschungsteam
N.N., Daniel Walter (federführend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) kommen bei Kindern und Jugendlichen häufig vor. Die Wirksamkeit von kognitiver Verhaltenstherapie ist in eng kontrollierten Studien gut belegt, allerdings finden sich kaum Daten zur Effektivität unter Routinebedingungen. Daher werden in der vorliegenden Analyse die Verläufe von Patienten mit ASS, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) erhalten haben untersucht.

Methode
Insgesamt sollen alle Patienten im Alter von 6-18 Jahren eingeschlossen werden, die eine Therapie von mindestens 10 Sitzungen erhalten haben. Veränderungen während der Therapie sollen im Eltern- (CBCL) und bei Patienten ab 11 Jahren im Selbsturteil (YSR) sowie im Lehrerurteil berechnet und die klinische Bedeutsamkeit der Veränderungen mittels Reliable Chance Index bestimmt werden. Dabei sollen auch Skalen der Fragebogenverfahren verwendet werden, mit denen Autismus-Spektrum-Störungen detektiert werden können

Ergebnisse
Es liegen noch keine Ergebnisse vor.

EMAK-19: Alltagswirksamkeit ambulanter Verhaltenstherapie von Schulvermeidung

Alltagswirksamkeit multimodaler ambulanter Therapie von Kindern mit Schulvermeidung und psychischen Störungen in der Routineversorgung

Forschungsteam
Lena Heindrichs, Daniel Walter (federführend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Schulvermeidung ist ein häufiges Problem in unserer Gesellschaft und bedeutet eine erhebliche Entwicklungsgefährdung der betroffenen Kinder und Jugendlichen. Das Chronifizierungsrisiko ist hoch und viele der Betroffenen nehmen unbehandelt einen ungünstigen Verlauf. Die bislang vorliegenden kontrollierten Therapiestudien verweisen auf kognitive Verhaltenstherapie als Methode der Wahl. Allerdings ist die Frage, inwieweit solche Ergebnisse auf die Routineversorgung übertragen werden können, weitgehend unerforscht.

Methode
Insgesamt wurden abgeschlossene Therapien von Patienten im Alter zwischen 11 und 18 Jahren analysiert, die mindestens 10 Therapiesitzungen bekommen hatten und von denen vollständige CBCLs und YSR zu Therapiebeginn und -abschluss vorlagen. Zudem mussten Therapeuten im CASCAP-D das Item „läuft weg / schwänzt Schule“ oder „Trennungsangst“ als zumindest ein wenig vorhanden eingeschätzt haben oder eine emotionale Störung mit Trennungsangst diagnostiziert haben. Insgesamt wiesen n = 211 Patienten diese Merkmale auf – ihre Akten wurden von zwei unabhängigen Beurteilern auf das Vorliegen von keiner, leichter oder starker Schulvermeidung (mind. 25 % Fehlzeiten in den letzten 2 Wochen ODER mind. 15 % Fehlzeiten in den letzten 15 Wochen ODER mind. 95 Fehlstunden auf dem letzten Zeugnis) untersucht. Die Beurteilerübereinstimmung zwischen den beiden Beurteilern war hoch (Kappa k = 0.87). Insgesamt fanden sich n = 49 Jugendliche mit Schulvermeidung, deren Veränderungen (Schulvermeidung / psychische Auffälligkeiten) während der Therapie untersucht wurden.

Ergebnisse
Zu Therapiebeginn wiesen n = 21 Jugendliche eine leichte und n = 28 Patienten eine starke Schulvermeidung auf. Zu Therapieabschluss besuchten n = 30 (61,2 %) wieder regelmäßig die Schule, n = 17 Patienten wiesen eine leichte und n = 2 Patienten eine starke Schulvermeidung auf. Diese starken Verbesserungen waren statistisch hoch signifikant. In der CBCL und im YSR fanden sich auf den Gesamtskalen mehrheitlich mittlere bis starke Symptomminderungen. Insgesamt geben die Ergebnisse dieser Studie Hinweise auf die Wirksamkeit von KVT bei dieser Gruppe von Patienten und bestätigen damit die Ergebnisse aus hochkontrollierten Gruppenstudien. Aufgrund der fehlenden experimentellen Kontrolle und der Erfassung von Schulvermeidung über Aktenanalysen sollten die Ergebnisse dennoch mit Vorsicht interpretiert werden.

EMAK-20: Langzeitstabilität von ambulanter Verhaltenstherapie bei externalen Störungen

Langzeitstabilität von Routinetherapien bei Patienten mit externalen Störungen

Forschungsteam
NN, Dieter Breuer, Daniel Walter (koordinierend) und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Bislang ist die Langzeitstabilität von Alltagstherapien kaum untersucht worden. Deshalb sollen Patienten, die eine Verhaltenstherapie in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP) durchlaufen haben und bei denen die Behandlung mindestens seit einem Jahr abgeschlossen ist, nachuntersucht werden.

Methode
Patienten mit der Diagnose einer ADHS oder einer Störung des Sozialverhaltens, die vor mindestens 12 Monaten die Therapie beendet haben, werden nachuntersucht. Dabei werden Subgruppen eingeschlossen, bei denen ein vollständiger Verlauf vorliegt (d.h. Eingangs- und Abschlussmessungen), bei denen kein vollständiger Verlauf vorliegt und die vorzeitig beendet wurden.

Ergebnisse
Noch keine Ergebnisse

EMAK-21:Vorhersage von Veränderungen während ambulanter Routine-Verhaltenstherapie

Vorhersage von Veränderungen während ambulanter Routine-Verhaltenstherapie

Forschungsteam
Dieter Breuer, Daniel Walter (federführend), Paula Viefhaus, N.N. und Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2022

Zielsetzung
Bislang ist die Vorhersage von Symptomminderungen in Alltagstherapien kaum untersucht worden. Deshalb sollen beendete Verhaltenstherapien in der Psychotherapieambulanz des Ausbildungs- und Forschungsinstituts für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP), in denen mindestens 10 Therapiesitzungen stattfanden und für die eine vollständige Eingangs- und Abschlussdiagnostik vorliegt, untersucht werden. Hierbei soll geprüft werden, inwieweit Merkmale des Patienten, der psychischen Störung, soziodemographische Faktoren oder Merkmale der Therapie eine substantielle Vorhersage über die Symptomatik zu Therapieende oder die Symptomminderung im Verlaufe der Therapie erlauben.

Methode
In getrennten Analysen für Kinder und Jugendliche sollen störungsübergreifend, aber auch störungsspezifisch zunächst bivariate Korrelationen gerechnet werden und statistisch signifikante Prädiktoren in einem nächsten Schritt in einer schrittweisen, hierarchischen Regressionsanalyse auf ihre Bedeutsamkeit geprüft werden, wobei für die Symptomatik zu Prä kontrolliert werden soll. Die Analysen sollen dabei im Eltern-, Lehrer-, Selbst- und Therapeutenurteil gerechnet werden.

Ergebnisse
Noch keine Ergebnisse

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