
Ausgewählte Buch- und Testpublikationen
Das Therapieprogramm für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) ist in seiner 7. Auflage erschienen. Das von Manfred Döpfner, Stephanie Schürmann und Jan Frölich verfasste Therapiemanual, das mittlerweile als Standard in Behandlung von Kindern mit ADHS gilt, wurde mit aktueller Literatur und Hinweisen zu digitalen Unterstützungen ergänzt in der 7. Auflage publiziert (Döpfner et al., 2025).
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Das Modul Familienprobleme aus dem Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen (SELBST) ist erschienen. Der von Christiane Rademacher und Manfred Döpfner (2025) publizierte vierte Band des Therapieprogramms SELBST zur Intervention bei Familienproblemen im Jugendalter fokussiert sich auf die Bewältigung alterstypischer Eltern-Jugendlichen-Konflikte im Kontext einer psychischen Störung in mehreren Phasen. Nach dem Screening der Eingangsbeschwerden und dem Beziehungsaufbau zu Jugendlichen und Eltern erfolgt eine diagnostische Phase, in der Probleme und Kompetenzen der Familienmitglieder erhoben und analysiert werden, Danach werden mögliche Ziele mit den Beteiligten verhandelt, um schließlich spezifische Interventionen zur Reduktion von problemaufrechterhaltenden Faktoren durchzuführen, z.B. von dysfunktionalen Kogniionen, von übergeordneten ungünstigen familiären Strukturen und –prozessen, von dysfunktionale Erziehungsstrategien, von Problemen in der Affektregulation, und bei Kommunikations- und Problemlösefertigkeiten. Rademacher, C., & Döpfner, M. (2025). Familienprobleme. Therapieprogramm für Jugendliche mit Selbstwert-, Leistungs- und Beziehungsstörungen, SELBST, Band 4. Göttingen: Hogrefe.
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Ein Meta-Manual zur multimodalen evidenzbasierten Therapie von Adoleszenten mit psychischen Störungen (META) gibt eine Übersicht über eine Vielzahl an therapeutischen Interventionen. Das von Julia Adam (2025) federführend zusammengestellte Meta-Manual beschreibt kognitive, emotional, verhaltensbezogene Interventionen in verschiedenen Lebensbereichen von Jugendlichen (Familie, Peers, Schule), in denen Probleme auftreten. META orientiert sich an den konkreten Problemen der Jugendlichen und an den damit in Verbindung stehenden Schwierigkeiten ihrer Familien sowie des weiteren Umfeldes. META ist ein Meta-Manual, das im Wesentlichen auf vorliegenden deutschsprachigen evidenzbasierten Manualen zur Behandlung psychischer Störungen im Jugendalter basiert. META gibt damit Hinweise auf die Anwendung einzelner Manuale oder einzelner Therapieelemente, die in Manualen beschrieben werden. Adam et al. (2025). Multimodale evidenzbasierte Therapie von Adoleszenten mit psychischen Störungen (META). Ein Meta-Manual. Centrum für Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (CEKIP). Köln. Kölner UniversitätsPublikationsServer doi:https://kups.ub.uni-koeln.de/75002/.
Die deutsche Übersetzung der Textrevision des Diagnostischen und Statistischen Manuals Psychischer Störungen (DSM-5-TR®) ist erschienen. Die DSM-5 Textrevision ist als gesamtes Manual und als diagnostische Kriterien von der deutschen Herausgebergruppe publiziert worden. APA et al. (2025). Diagnostisches und Statistisches Manual Psychischer Störungen, DSM-5-TR®. Textrevision. Göttingen: Hogrefe
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Das THOP-Gruppenprogramm für Eltern von Kindern mit ADHS ist in einer neuen Auflage erschienen. Das unter Federführung von Claudia Kinnen publizierte Arbeitsbuch des THOP-Gruppenprogramms für Eltern von Kindern mit ADHS ist in einer zweiten Auflage erschienen. Seine Anwendung in der Praxis erfreut sich steigender Beliebtheit. Kinnen et al. (2025). THOP-Elternprogramm - Arbeitsbuch für Eltern. Gruppenprogramm für Eltern von Kindern mit ADHS-Symptomen und expansivem Problemverhalten (2. Aufl.). Weinheim: Beltz.
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Der Leitfaden Emotionale und Verhaltensprobleme in der Schule ist erschienen. Der unter Federführung von Charlotte Hanisch verfasste Band über Emotionale und Verhaltensprobleme in der Schule in der gelben Leitfaden-Reihe Kinder- und Jugendpsychotherapie (Band 35) gibt erstmals Leitlinien zur Diagnostik und zu Interventionen bei Kindern und Jugendlichen mit Verhaltensproblemen im Kontext der Schule. Hanisch et al. (2026). Emotionale und Verhaltensprobleme in der Schule. Leitfaden Kinder- und Jugendpsychotherapie, Band 35. Göttingen: Hogrefe.
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Ausgewählte Forschungspublikationen
Die Wirksamkeit einer Digitalen Gesundheitsanwendung (DIGA) für Eltern von Kindern mit ADHS wurde erstmals belegt. In einer randomisierten Kontrollgruppenstudie konnte die Wirksamkeit der DIGA hiToco® unter Federführung von Manfred Döpfner und Anja Görtz-Dorten belegt werden. Die Studie wurde mit 65 Kindern mit der gesicherten Diagnose einer ADHS und keiner aktuellen intensiven verhaltenstherapeutischen oder pharmakologischen Behandlung über 16 Wochen durchgeführt. Im Vergleich zu einer Kontrollgruppe mit treatment as usual konnten signifikante Effekte auf die externale Symptomatik des Kindes und die damit einhergehende Funktionsbeeinträchtigung sowie das elterliche Erziehungsverhalten und die elterliche Belastung nachgewiesen werden. Döpfner, Görtz-Dorten et al. (2025). European Child and Adolescent Psychiatry 34, 3973 - 3985.. doi.org10.1007/s00787-025-02799-2
Internationales Konsortium identifiziert in einer Meta-Analyse Mediatoren von Elterntrainings für Kinder mit externalen Störungen. Unter Federführtung von Lina Sigurðardóttir hat das European Parenting Program Research Consortium (Mitglied: Manfred Döpfner) eine sogenannte Individual Participant Data Meta-Analyse über 14 europäische randomisierte Kontrollgruppenstudien zur Wirksamkeit von behavioralen Elterntrainings mit insgesamt 3,252 Familien mit Kindern im Alter von 1 bis 13 Jahren durchgeführt, um studienübergreifen Mediatoren von Elterntrainings zu identifizieren. Die Verringerung verbaler Bestrafung und Verbesserung der elterlichen Konsequenz wurden als stärkste Mediatoren identifiziert. Sigurðardóttir et al. (2025). Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry 64, 564-576. DOI:https://doi.org/10.1016/j.jaac.2023.11.005
Ergänzende Skalen zu den Schulalterformen des Achenbach-System erweisen sich überwiegend als reliabel. In den letzten Jahren wurden von mehreren Autoren ergänzende Skalen zu den Fragebogenverfahren im Achenbach System of Empirically Based Assessment (ASEBA) vorgeschlagen. Julia Plück und Mitarbeiter sowie Mitarbeiterinnen (2025) haben die Skalen zur Erfassung von Stressbelastung, Zwangssymptomen, Verlangsamtes kognitives Tempo, positiven Verhaltensmerkmalen, affektiver Dysregulation, Symptomen von Autismus-Spektrum-Störungen und Manie in den Eltern-, Lehrkraft- und Selbsturteilen von Kindern und Jugendlichen aus klinischen und aus Feldstichproben hinsichtlich ihrer Reliabilität und Validität untersucht. Die meisten der ergänzenden Skalen zeigten zumindest zufriedenstellende interne Konsistenzen und Hinweise auf konvergente und divergente Validität. Plück et al., (2025). Scandinavian Journal of Child and Adolescent Psychiatry and Psychology, 13, 30-43. doi: 10.2478/sjcapp-2025-0004.
Internationales Konsortium untersucht in einer Meta-Analyse die Wirksamkeit von Neurofeedback bei ADHS. Unter Federführung von Samuel Westwood untersuchte die European Guidelines Group (der auch M. Döpfner angehört) in einer Meta-Analyse von 38 randomisierten Kontrollgruppenstudien die Wirksamkeit von Neurofeedback bei 2472 Patienten mit ADHS im Alter von 5 bis 40 Jahren. Dabei konnte die Wirksamkeit von Neurofeedback in der Hauptanalyse nicht bestätigt werden. Allerdings konnte in einer Auswahl von Studien, die ein etabliertes Standardprotokoll verwendeten, ein schwacher Effekt (d=0,21) gesichert werden. Das Alter der Patienten oder auch Hinweise auf kortikales Lernen während des Trainings hatten keine Auswirkungen auf die Effekte. Westwood et al. (2025) for the European ADHD Guidelines Group (EAGG). (2025). JAMA Psychiatry 82, 118-129. doi: 10.1001/jamapsychiatry.2024.3702
Internationales Konsortium stellt in einer Meta-Analyse eine geringe Adhärenz und Persistenz bei der medikamentösen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS fest. Unter Federführung von Maite Ferrin (2025) hat die European ADHD Guidelines Group (der auch M. Döpfner angehört) 66 Studien zur Wirksamkeit medikamentöser Therapie eine Meta-Analyse bezüglich der Adhärenz und der Persistenz bei der medikamentösen Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit ADHS durchgeführt. Lediglich knapp 23% der Kinder und Jugendlichen hatten bei der 12-Monate-Nachuntersuchung eine gute Adhärenz und die durchschnittliche Persistenz in der Pharmakotherapie betrug weniger als 6 Monate. European Child & Adolescent Psychiatry 34, 867-882. DOI: doi.org/10.1007/s00787-024-02538-z.
Telemedizinische Routine-Konsultationen für Kinder und Jugendlichen mit psychischen Störungen sind gut durchführbar, werden von Patientinnen und Patienten sowie ihren Eltern gut angenommen und ermöglichen die intendierte Zielerreichung. Manfred Döpfner und Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter (2025) konnten in einer multizentrischen Studie mit vier kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken und einer psychotherapeutischen Ambulanz für Kinder und Jugendliche bei 267 Patientinnen und Patienten feststellen, dass die Mehrzahl der Ärzte und Psychotherapeuten die Ziele ihrer Untersuchung / Therapie in einer telemedizinischen Sitzung erreichen konnten. Eltern und Patienten / Patientinnen zeigten generell ebenfalls eine hohe Zufriedenheit mit den Sitzungen, vor allem wenn die Symptomatik weniger stark ausgeprägt war. European Child and Adolescent Psychiatry 34, 181-194. doi: doi.org/10.1007/s00787-024-02477-9
Die Wirksamkeit von angeleiteter und nicht angeleiteter digital basierter Selbsthilfe für Eltern von Kindern mit ADHS / oppositioneller Verhaltensstörung wurde in einer dreiarmigen randomisierten Kontrollgruppenstudie belegt. Unter Federführung von Manfred Döpfner hat eine Arbeitsgruppe mit Unterstützung des Innovationsfonds der Krankenkasse in einer groß angelegten Studie die Wirksamkeit von angeleiteter und nicht angeleiteter web-basierter Selbsthilfe für Eltern von Kindern mit ADHS und oder oppositioneller Verhaltensstörung untersucht. Dabei wurden Eltern von mehr als 400 Kindern im Alter von 6-12 Jahren mit externalen Verhaltensauffälligkeiten einer sechsmonatigen web-basierten Selbsthilfe mit oder ohne zusätzlichen telefonischen therapeutischen Support ergänzend zur Routinetherapie oder einer Routinetherapie ohne diese Intervention randomisiert zugewiesen. Im verblindeten klinischen Urteil zu externalen Verhaltensproblemen der Kinder wurde nach sechs Monaten in den beiden Gruppen mit zusätzlicher web-assistierter Selbsthilfe eine stärkere Verminderung dieser Probleme nachgewiesen, die sich auch noch nach 12 Monaten allerdings nur noch in der Gruppe mit der Bearbeitung von mindestens 40% der Module des Programms belegen ließ. Höhere Effekte konnten bei zusätzlicher telefonischer Beratung im Vergleich zu ausschließlich web-basierter Intervention belegt werden. Döpfner et al., (2025). Efficacy of guided and unguided web-assisted self-help for parents of children with attention-deficit/hyperactivity disorder and oppositional defiant disorder: A three-arm randomized controlled trial. Journal of Child Psychology and Psychiatry 66, 1320-1332. doi: 10.1111/jcpp.14153.
Sind verblindete Beurteilungen der Wirksamkeit von Elterntraining tatsächlich der Goldstandard? In einem Editorial zum Journal of Child Psychology and Psychiatry hat eine internationale Forschergruppe unter der Federführung von Saskia van der Oord die potentiellen Schwächen von verblindeten klinischen Urteilen in der Überprüfung der Wirksamkeit von Elterntrainings herausgearbeitet und aufgrund dieser Schwächen dafür plädiert, diese Beurteilungen nicht als alleinigen Standard in der Einschätzung der Wirksamkeit heranzuziehen, sondern gleichermaßen Elternurteile und Verhaltensbeobachtung zu nutzen. van der Oord et al. (2025). The challenge of evaluating ADHD parenting interventions: Towards a hybrid approach. Journal of Child Psychology and Psychiatry (epub ahead of print). doi: 10.1111/jcpp.70069.
Ausgewählte digitale Tools
hiToco® ist als Digitale Gesundheitsanwendung (DIGA) zugelassen und kann verschrieben werden. Die unter Anleitung von Manfred Döpfner und Anja Görtz-Dorten entwickelte und evaluierte Applikation ist zur Behandlung von ADHS bei Kindern im Alter von vier bis elf Jahren als DIGA zugelassen worden. Sie kann bei Kindern mit der Diagnose oder der Verdachtsdiagnose ADHS eingesetzt werden. Sie ist auf der Basis des Therapieprogramms für Kinder mit hyperkinetischem und oppositionellem Problemverhalten (THOP) und den davon abgleiteiteten Selbsthilfeprogrammen entwickelt worden. hiToco® unterstützt Eltern dabei, ihr Kind im Alltag bestmöglich zu begleiten, stärkt ihre Erziehungskompetenz und hilft, das Problemverhalten ihres Kindes zu verbessern. hiToco® kann als weitgehend eigenständiges Selbsthilfeprogramm oder als Teil einer multimodalen Therapie eingesetzt werden. Die Wirksamkeit konnte in einer randomisierten Kontrollgruppenstudie belegt werden.
Der Familiencoach Kinderängste: ein neues Online-Selbsthifeprogramm für Eltern von ängstlichen Kindern. Manfred Döpfner, Julia Adam und Hildegard Goletz haben für den AOK-Bundesverband das Konzept für den Familiencoach Kinderängste entwickelt. Er ist für Angehörige gedacht, die ihrem Kind helfen möchten, Ängste zu überwinden. Das Online-Selbsthilfeprogramm ist für Eltern von Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren entwickelt, die in Trennungssituationen, sozialen Situationen oder Leistungssituationen Angst zeigen. In fünf Modulen erhalten die Eltern Informationen zu den entsprechenden Kinderängsten, sie werden angeregt, eigene Anteile zu bearbeiten, ihr Kind zu stärken und dem Kind zu helfen, sich der Angst zu stellen. In einem Zusatzmodul werden die Eltern angeleitet, ihrem Kind zu helfen, mit belastenden Erlebnissen umzugehen. Der Familiencoach steht allen Interessierten kostenfrei zur Verfügung.
Zum Elterntrainer Kinderängste
Erweiterte eTraining-Plattform zur Fort- und Weiterbildung in der Anwendung von Therapieprogrammen und digitalen Anwendungen für Kinder und Jugendliche. Die Plattform eTraining-KJP beschreibt Therapieprogramme, die bei AKiP entwickelt wurden und demonstriert anhand von Therapievideos und digitalen Patientenakten die Anwendung einzelner Bausteine der Therapieprogramme THAV, ScouT und THOP, THICS, die Umsetzung digitaler Tools und ihre Integration in der Behandlung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien sowie die Durchführung des Interview-Leitfadens ILF. Zusätzlich werden Vorträge zu aktuellen Themen der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapie aus dem akip-online-Forum zur Verfügung gestellt.