11.10.2022
Veröffentlichungen

Aktuelle Publikationen des AKIP

Oktober 2022

monticellllo, Adobe Stock
Foto: monticellllo, Adobe Stock

Ausgewählte Buch- und Testpublikationen

Strukturierte Interviews zum DISYPS-System (Görtz-Dorten et al., 2022). Die Interviewleitfäden zum Diagnostik-System für psychische Störungen nach DSM-5 für Kinder- und Jugendliche (DISYPS-ILF) sind halbstrukturierte klinische Interviews von Eltern sowie von Kindern und Jugendlichen auf der Basis der Kriterien von DSM-5. Als halbstrukturierte Interviews erlauben sie im Gegensatz zu hochstrukturierten Interviews einen entsprechenden klinischen Beurteilungsspielraum. Neben kategorialen Diagnosen ist auch die dimensionale Bestimmung von Störungsstärken möglich. Die für das Kindes- und Jugendalter wichtigsten Störungen werden abgebildet. Vorliegende psychometrische Untersuchungen zu einzelnen Störungen weise auf eine gute Interaterreliabilität, interne Konsistenz und faktorielle Validität hin.

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Kleinkind- und Vorschulalter-Formen der Child Behavior Checklist von Thomas M. Achenbach: CBCL 1½-5 / C-TRF 1½-5 (Plück et al., 2022). Nach den Schulalterformen sind nun auch die Kleinkind- und Vorschulalter-Formen der Child Behavior Checklist veröffentlicht worden. Die Fragebögen dienen der Einschätzung des Verhaltens und Erlebens von Kindern im Altersbereich von 1½ bis 5 Jahren. Normdaten liegen für den Altersbereich 2;0 bis 5;11 Jahre vor. Die CBCL/1½-5 wird von Eltern bzw. Erziehungsberechtigten oder anderen Personen ausgefüllt, die das Kind in einer familiären Umgebung erleben. Die Anwendung der C-TRF/1½-5 wird für Erzieherinnen und Erzieher oder andere Personen empfohlen, die das Verhalten des Kindes in einer Gruppe von mindestens vier Kindern beurteilen können. Die Psychometrischen Kriterien sind zufriedenstellend bis exzellent.

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Den Alltag meistern mit ADHS. (Döpfner et al., 2021 a,b,c; 2022). In insgesamt vier von Manfred Döpfner und Mitarbeiterinnen publizierten Selbsthilfe-Arbeitsbüchern für Eltern von Schulkindern und von Kindergartenkindern sowie für Pädagoginnen und Pädagogen von Schulkindern und von Kindergartenkindern erhalten die Bezugspersonen leicht umsetzbare Handlungsempfehlungen beim Umgang mit konkreten Verhaltensproblemen im Familienalltag bzw. im Alltag im Kindergarten und in der Schule. Die Wirksamkeit dieser Selbsthilfebücher wurde in Verbindung mit telefonischer Beratung in mehreren Studien belegt und wird in aktuellen Studien weiter untersucht.

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Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters (Fegert et al., 2022). Dieses unter Federführung von Jörg Fegert (Ulm) und unter Mitarbeit von Manfred Döpfner und anderen Mitherausgebern publizierte „Living Reference Work“, dessen Kapitel nun schrittweise zunächst digital veröffentlicht werden, gibt eine aktuelle Übersicht über die wichtigsten Bereiche der Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters. Aktuell sind folgende Kapitel von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von AKiP publiziert:

  • Kognitive Verhaltenstherapie bei Kindern und Jugendlichen (Döpfner)
  • Tourette- und Tic-Störungen in Kindheit und Jugend (Döpfner & Roessner)
  • Kategoriale versus dimensionale Klassifikation psychischer Störungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie (Döpfner)
  • Schulvermeidung (Walter & Döpfner)

Weitere Kapitel werden in Kürze folgen.

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Ausgewählte Forschungspublikationen

Effekte angeleiteter Elterntrainings auf non-direktiver Basis für Eltern von Kindern mit externalen Verhaltensproblemen werden durch emotions- und beziehungsorientiertes Therapeutenverhalten mediiert. Anne‑Katrin Treier und Mitarbeiterinnen sowie Mitarbeiter (2022) zeigen in parallelen Mediationsanalysen, dass durch emotions- und beziehungsorientiertes Therapeutenverhalten sowohl die Reduktion von ADHS-Symptomen als auch der Funktionsbeeinträchtigung mediiert wird. In sequentiellen Mediationsanalysen wird der Einfluss von emotions- und beziehungsorientiertes Therapeutenverhalten auf die Therapieadhärenz der Eltern belegt, die wiederum das Ausmaß der Veränderung externaler Verhaltensauffälligkeiten beeinflusst. (Child Psychiatry and Human Development (online first). doi: doi.org/10.1007/s10578-022-01400-0).

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Dimensionen externaler Verhaltensstörungen können über mehrere Beurteiler hinweg stabil empirisch identifiziert werden. Ann-Kathrin Thöne und Michaela Junghänel haben zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (2022) in klinischen und in Gemeindestichproben anhand konfirmatorischer Faktorenanalysen mittels Bi-Faktor-Modelle mit den Screening-Fragebogen des DISYPS-Systems im Eltern-, Lehrer-, und Selbsturteil die Differenzierung externaler Verhaltensstörungen in ADHS-Symptorme, oppositionelle und aggressiv-dissoziale Symptome belegt. Dabei wurde auch ein starker übergeordneter Faktor identifiziert, der Impulsivität beschreibt (Journal of Psychopathology and Behavioral Assessment 44, 844-861. doi: doi.org/10.1007/s10862-022-09983-7).

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Verhaltenstherapeutische Ferntherapie von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien wird von den Therapeutinnen und Therapeuten und auch von den Eltern positiv bewertet. Lea Meininger zeigt zusammen mit ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern (2022), dass Eltern sowie Therapeutinnen und Therapeuten von ambulant behandelten Kindern und Jugendlichen, die in der ersten COVID-19-Welle von Präsenztherapie auf Teletherapie umgestellt wurden, mit der Teletherapie überwiegend zufrieden sind und dass auch die therapeutische Beziehung unter Teletherapie positiv bewertet wird. (Child and Adolescent Psychiatry and Mental Health, (16:61). Retrieved from doi:https://doi.org/10.1186/s13034-022-00494-7)

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Fragebogen zum aggressiven Verhalten: Erweiterte 2. Auflage (FAVK; 2021). Der von Anja Görtz-Dorten und Manfred Döpfner entwickelte und mittlerweile weit verbreitete Fragebogen wurde in der 2. Auflage um eine klinische Checkliste, klinische Normen und um Ergebnisse aus psychometrischen Analysen erweitert.

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Ausgewählte Forschungspublikationen

Das Soziale computerunterstütztes Training für Kinder mit aggressivem Verhalten (ScouT) ist wirkungsvoller als ressourcenaktivierende Therapie. Anja Görtz-Dorten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2022) zeigen in einer randomisierten Kontrollgruppenstudie im Vergleich zu ressourcenaktivierender Therapie höhere Behandlungseffekte durch ScouT hinsichtlich gleichaltrigenbezogener Aggression, mangelnder prosozialer Emotionalität und Lebensqualität im Elternurteil (Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry (epub ahead of print). DOI:https://doi.org/10.1016/j.jaac.2022.03.027)

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Die Effekte des Therapieprogramms THAV erweisen sich in einer Nachuntersuchung als stabil. Teresa Del Giudice sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2022) belegen in einer Nachuntersuchung, zehn Monate nach Behandlungsende, dass sich die Effekte des Therapieprogramms THAV auf verschiedenen Ergebnisparametern zur Erfassung von aggressiven Verhalten, ADHS-Symptomen und anderen komorbiden Symptomen stabilisieren oder noch weiter verbessern und dass weiterhin überwiegend signifikant geringere Symptomwerte in der THAV-Gruppe im Vergleich zur aktiven Kontrollgruppe nachweisbar sind (European Child & Adolescent Psychiatry, online first, doi.org/10.1007/s00787-021-01932-1).  

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Die psychische Belastung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien während der COVID-19-Pandemie ist im Durchschnitt leicht bis moderat erhöht. Manfred Döpfner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2021) zeigen in einer klinischen Stichprobe und einer Feldstichprobe, dass rund 60–70% der Eltern und der Kinder und Jugendlichen eine Zunahme von Belastungen im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie beschreiben, während Entlastungen von bis zu 12% sowohl im Eltern- als auch im Selbsturteil angegeben werden (Bundesgesundheitsblatt 2021, 64:1522–1532).

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Therapeutisches Online-Coaching von Kindern mit Tic- und Tourette-Störungen im Rahmen eines Trainings der Reaktionsumkehr ist erfolgreich einsetzbar. Paula Viefhaus sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter belegen anhand von fünf Einzelfallstudien die Wirksamkeit von kombinierter Präsenz- und Ferntherapie über einen Zeitraum von maximal zwölf Wochen (Frontiers in Psychology 2021, online).

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Die ambulante Behandlung von Jugendlichen mit depressiven Störungen durch kognitive Verhaltenstherapie in der Routineversorgung ist wirkungsvoll. Daniel Walter sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können überwiegend mittlere bis starke Verminderungen depressiver Symptome im Verlauf der Routinebehandlung von mehr als 300 Jugendlichen in der Psychotherapie-Ambulanz von AKiP im Elternurteil und im Selbsturteil belegen (BMC Psychiatry 2021, online).

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Verminderung von negativem Erziehungsverhalten mediiert Effekte von assistierter Selbsthilfe für Eltern von Kindern mit ADHS. Christina Dose sopwie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (2021) zeigen, dass die Effekte von telefonassistierter Selbsthilfe bei Eltern von zusätzlich pharmakologisch behandelten Kindern mit ADHS, durch eine Verminderung von negativem Erziehungsverhalten, jedoch nicht durch eine Veränderung bei dem positivem Erziehungsverhalten vermittelt werden (European Child & Adolescent Psychiatry 2021).

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Kinder mit ADHS werden erwachsen: Eine Nachuntersuchung 18 Jahre nach Behandlungsende. Manfred Döpfner sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen in der Langzeitstudie, dass sich ADHS-Symptome bei behandelten Kindern im weiteren Verlauf deutlich vermindern, funktionelle Einschränkungen jedoch gehäuft auftreten, wie Arbeitslosigkeit, juristische Verurteilungen oder Substanzkonsumstörungen. Allerdings sind auch günstige Verläufe in einem substanziellen Anteil festzustellen. (Journal of Attention Disorders 2021, 25, 1801-1817).

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Externale Verhaltensauffälligkeiten und Lese- / Rechtschreibschwächen im Kindesalter erhöhen bei Kindern mit ADHS das Risiko für geringere Schulabschlüsse und weniger qualifizierte Berufstätigkeit im Erwachsenenalter. Elena von Wirth sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter analysieren im Rahmen der Kölner multimodalen Therapiestudie anhand von hierarchischen Regressionsanalysen, welche Faktoren im Kindesalter späteren Schulerfolg und Berufsqualifikation vorhersagen (Journal of Attention Disorders 2022, 26 1018-1032.).

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Externale Spektrum-Störungen lassen sich über Impulsivität als Referenzfaktor und mehrere spezifische Faktoren am besten beschreiben. Ann-Kathrin Thöne sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter analysieren in dieser multizentrischen Studie im Rahmen des ESCA-Projektes die Daten von knapp 500 Kindern mit ADHS-Symptomen mittels konfirmatorischer Faktorenanalysen und Explorativer Strukturgleichungsmodelle (Psychological Assessment 2021, online first).

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Welche Behandlungskomponenten lassen sich bei kognitiv-behavioralen und nondirektiven Elterntrainings empirisch identifizieren? Anne-Katrin Treier sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschreiben die Entwicklung einer Therapeuten-Interventions-Skala mit den beiden Dimensionen „Leitung und Strukturierung“ sowie „Beziehungsgestaltung und Emotionen“ (Journal of Clinical Psychology 2021, online first).

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Ausgewählte digitale Tools

Die JAY-App für Jugendliche ist kostenlos verfügbar. Die von Anja Görtz-Dorten und Manfred Döpfner entwickelte Smartphone-App JAY (Journaling App for Youth) ist eine für Jugendliche von 13 bis 17 Jahren entwickelte App, die therapieunterstützend bei verschiedenen Störungsbildern im Jugendalter eingesetzt werden kann: Bei Störungen des Sozialverhaltens (Aggressives Verhalten, Oppositionelles Verhalten, Begrenzte prosoziale Emotionalität), bei Angststörungen, Depressiven Störungen, Zwangsstörungen und Aufmerksamkeitsdefizit-/ Hyperaktivitätsstörungen. JAY fördert den Transfer von Bewältigungsstrategien, die in der Verhaltenstherapie erarbeitet wurden.

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Neue erweiterte Auflage von AUTHARK, der App-Unterstützten Therapie-Arbeit für Kinder. Die von Anja Görtz-Dorten und Manfred Döpfner entwickelte Smartphone-App AUTHARK dient der Unterstützung von Kinder-Verhaltenstherapien für den Altersbereich von etwa 6 – 12 Jahren und ist nun für ein breites Spektrum an psychischen Störungen in dieser Altersgruppe erweitert worden. AUTHARK fördert den Transfer von Bewältigungsstrategien, die in der Therapie erarbeitet wurden, und unterstützt den Therapeuten auch in der Diagnostik und der Verlaufskontrolle. 

Weitere Informationen

Erweiterte eTraining-Plattform zur Fort- und Weiterbildung in der Anwendung von Therapieprogrammen und digitalen Anwendungen für Kinder und Jugendliche. Die Plattform eTraining-KJP beschreibt Therapieprogramme, die bei AKiP entwickelt wurden und demonstriert anhand von Therapievideos und digitalen Patientenakten die Anwendung einzelner Bausteine der Therapieprogramme THAV, ScouT und THOP sowie die Umsetzung digitaler Tools und ihre Integration in der Behandlung von Kindern, Jugendlichen und ihren Familien. 

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