Forschungsgruppe DIAFAM

Entwicklung und Evaluation diagnostischer Verfahren zur Erfassung familiärer Beziehungen

Ziel des Projektes ist die Entwicklung und Evaluation von diagnostischen Verfahren zur Erfassung familiärer Beziehungen. Der Family Relations Test für Kinder und Jugendliche (FRT-KJ) wird auf der Grundlage des amerikanischen Originals überarbeitet und psychometrisch evaluiert. Zusammenhänge zwischen familiären Beziehungen und psychischen Auffälligkeiten werden untersucht. Bislang wurde sowohl eine Kinderfassung als auch eine Jugendlichenfassung des FRT entwickelt, psychometrisch untersucht und normiert (Döpfner et al., 2018; Schürmann & Döpfner, 2018).

Finanzierung

  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Uniklinik Köln 
  • Ausbildungsinstitut für Kinder- Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP)
     
Publikationen

Bruß, M. (2017). Psychometrische Analysen der deutschsprachigen überarbeiteten Version des Family Relations Test für Kinder: Vergleich einer Klinik- und einer Feldstichprobe. Masterarbeit, Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln.

Döpfner, M., Schürmann, S., Bruß, M., Müller, S., Rademacher, C., & Breuer, D. (2018). Familienbeziehungen und psychische Auffälligkeiten im Jugendalter – eine Analyse mit der Jugendlichenfassung des Family Relations Tests für Kinder und Jugendliche. Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie 46, 316 - 324. doi: 10.1024/1422-4917/a000593

Müller, M. (2017). Psychometrische Analysen der deutschsprachigen, überarbeiteten Version des Family Relations Tests für Jugendliche. Masterarbeit, Humanwissenschaftliche Fakultät der Universität zu Köln.

Schürmann, S., & Döpfner, M. (2018). Family Relations Test für Kinder und Jugendliche (FRT-KJ). Deutschsprachige Adaptation für Kinder und Jugendliche des Family Relations Test: Children’s Version (FRT-C) von Eva Bene und James Anthony. Göttingen: Hogrefe.

Aktuelle Teilprojekte

DIAFAM-3: Familienbeziehungen und Verhaltensauffälligkeiten

Zusammenhang zwischen Familienbeziehungen aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen und externalen und internalen Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen in einer klinischen Stichprobe

Forschungsteam
Dieter Breuer, Stephanie Schürmann (koordinierend) & Manfred Döpfner

Laufzeit
Voraussichtlich bis 2020

Zielsetzung
Der Zusammenhang zwischen Familienbeziehungen aus der Perspektive von Kindern und Jugendlichen, erfasst über den Family Relations Test für Kinder und Jugendliche (FRT-KJ) und externalen und internalen Verhaltensauffälligkeiten von Kindern und Jugendlichen, erfasst über Fragebogen des Diagnostik-System für psychische Störungen nach ICD-10 und DSM-5 für Kinder- und Jugendliche (DISYPS-III) soll in einer klinischen Stichprobe untersucht werden.

Ergebnisse
Fragestellung: Bislang liegen für den deutschen Sprachraum kaum Instrumente vor, die familiäre Beziehungen aus der Perspektive von Jugendlichen reliabel erfassen, und der Zusammenhang zwischen familiären Beziehungen aus der Sicht von Jugendlichen und Verhaltensauffälligkeiten von Jugendlichen ist auch international bisher nur wenig untersucht worden. Methodik: Auf der Basis des Family Relations Test, der ursprünglich nur für Kinder entwickelt worden ist, wird mit dem Family Relations Test für Kinder und Jugendliche ein familiendiagnostisches Verfahren entwickelt, das Familienbeziehungen aus der Perspektive von Jugendlichen erhebt (94 Items davon 44 % neu formuliert). Dieser Test wurde in einer klinischen Stichprobe (n = 152) und einer Feldstichprobe (n = 132) durchgeführt. In der klinischen Stichprobe wurden zusätzlich Verhaltensauffälligkeiten der Jugendlichen im Selbst- und im Elternurteil erhoben. Ergebnisse: In der zweifaktoriellen Lösung der Hauptkomponentenanalyse ergeben sich eindeutige Ladungen der Items, die positive bzw. negative Beziehungsanteile auf jeweils einem Faktor beschreiben. Die internen Konsistenzen (Cronbachs Alpha) der Gesamtskalen, die positive und negative Beziehungen erfassen, liegen zwischen .91 und .93. Jugendliche aus der Klinikstichprobe beschreiben auf diesen Gesamtskalen insgesamt in ihren Familien stärkere negative Beziehungen als Jugendliche in der Feldstichprobe. Innerhalb der Klinikstichprobe konnten zum Teil deutliche Korrelationen zwischen dem Ausmaß der psychischen Auffälligkeiten der Jugendlichen und den berichteten Familienbeziehungen festgestellt werden. Schlussfolgerungen: Positive und negative Beziehungen von Jugendlichen lassen sich aus der Perspektive der Jugendlichen reliabel und faktoriell valide erfassen. Hypothesengemäß werden signifikante Zusammenhänge von negativen Familienbeziehungen und psychischen Auffälligkeiten festgestellt. Die Jugendlichenversion des Family Relations Test erweist sich als ein nützliches Instrument, um familiäre Beziehungen aus der Perspektive von Jugendlichen zu erheben.

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