Kinderambulanz Störungen des Sozialverhaltens

In der Kinderambulanz für Störungen des Sozialverhaltens werden vor allem Kinder im Alter von 4-12 Jahren behandelt, die deutliche oppositionelle oder auch aggressive Verhaltensweisen zeigen.

Problematik

Oppositionelle und aggressive Verhaltensstörungen treten bei Kindern häufig auf und haben unbehandelt oft einen chronischen Verlauf. Sie äußern sich z. B. in der ausgeprägten Verweigerung von Aufforderungen und Regeln von Erwachsenen, häufigem Streit mit anderen Kindern und können bis zu Verstößen gegenüber wichtigen gesellschaftlichen Regeln (z. B. Zerstörung oder Diebstahl von Eigentum) reichen. Viele dieser Kinder zeigen zusätzlich Hyperaktivität, Impulsivität und Aufmerksamkeitsstörungen sowie Schulleistungs- und emotionale Probleme. Jugendliche ab 12 Jahren, bei denen eine Störung des Sozialverhaltens diagnostiziert wurde, werden in der Schwerpunktambulanz für Jugendliche (SELBST) behandelt.

Therapie

Die multimodale Verhaltenstherapie ist auf die individuellen Probleme und Bedürfnisse des Kindes sowie seiner Familie und weiterer sozialer Systeme (z. B. Schule) abgestimmt. Die Therapie wird auf der Grundlage des in unserem Hause entwickelten Therapieprogramms für Kinder mit aggressivem Verhalten (THAV) durchgeführt. Patientenzentrierte Interventionen bilden den Kern der Behandlung. Der Ansatzpunkt für die patientenzentrierten Interventionen sind Situationen, in denen das Kind ein aggressives Verhalten gegenüber anderen Menschen (besonders Gleichaltrigen) zeigt. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf der Schulung der sozial-kognitiven Informationsverarbeitung, der Entwicklung und Stärkung von Impulskontrolle, dem sozialen Problemlöse- und Fertigkeitentraining und der Modifikation der Interaktionen. Darüber hinaus bezieht das Therapieprogramm auch intensiv familien- und schulzentrierte Interventionen mit ein, um spezielle Probleme in diesen Bereichen zu vermindern. Zusätzlich sind häufig noch weitere verhaltenstherapeutische Methoden zur Behandlung anderer psychischer Probleme notwendig. Die pharmakologische Behandlung kann in einigen Fällen eine Rolle spielen und wird in Kooperation mit Ärzten durchgeführt.

 Joya Halder

Joya Halder, Dipl.-Päd.

Leitung Spezialambulanz Störungen des Sozialverhaltens und Anleitung von Psychotherapeuten im Praktikum (PiP)

Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

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