Essstörungen

In der Jugendlichenambulanz für Essstörungen werden Jugendliche behandelt, die an einer Essstörung (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa oder sonstigen Essstörung) leiden.

Problematik

Essstörungen treten im Jugendalter relativ häufig auf und können sich in einer Nahrungsrestriktion und/oder anderen Verhaltensweisen zur Gewichtsreduktion äußern (übermäßige körperliche Aktivität, Erbrechen, Missbrauch von Abführ- oder Entwässerungsmitteln etc.). Bei einigen Jugendlichen kommt es im Verlauf auch zu Heißhungerattacken mit oder ohne kompensatorischem Erbrechen. Fließende Übergänge zwischen verschiedenen Essstörungen sind bei chronischen Verläufen nicht selten. Auch komorbide Ängste und depressive Zustände können primäre oder sekundäre Krankheitsbilder sein. Gelegentlich treten Essstörungen mit selbstverletzendem Verhalten auf.

Diagnostik

Zu Beginn der Behandlung erfolgt eine umfassende psychologische Diagnostik anhand von Fragebögen und der Exploration der essgestörten Jugendlichen und ihrer Bezugspersonen. Die untersuchten Bereiche fokussieren neben der Essstörung auch die beschriebenen Begleitsymptome, die im Rahmen einer Essstörung auftreten können.

Im Rahmen einer körperlichen Untersuchung werden die relevanten körperlichen Parameter, vor allen Dingen aber auch der Gewichtsstatus bestimmt. Individuell wird geklärt, in welchem Rahmen weitere Gewichtskontrollen erfolgen, und ob eine ärztliche Mitbehandlung erforderlich ist.    

Therapie

Die multimodale kognitive Verhaltenstherapie der essgestörten Jugendlichen erfolgt auf der Basis eines individuellen Störungs- und Behandlungskonzeptes, das patienten- und familienzentrierte Interventionen beinhaltet.

Behandlungsbausteine für die Patientinnen können verhaltenstherapeutische Maßnahmen zur Gewichtssteigerung, Ernährungsberatung sowie Selbstmanagement-Strategien zum Umgang mit schädlichen Verhaltensweisen zur Gewichtsreduktion sein.  Weitere verhaltenstherapeutische Interventionen zielen auf das subjektive, verzerrte Körperbild der Patient*innen sowie auf Selbstwertprobleme, die ebenfalls häufige Begleitsymptome von Essstörungen sind. Kognitive Interventionen sollen verzerrte Denkmuster in Bezug auf die Themen Figur, Ernährung und das Selbstkonzept korrigieren. Einen zentralen Bestandteil vieler Behandlungen stellen auch Expositionen dar, in deren Rahmen sich die Patientinnen  entweder mit bislang gemiedenen Nahrungsmitteln, dem eigenen Spiegelbild und/oder öffentlichen Situationen konfrontieren.        

Familienzentrierte Interventionen umfassen häufig die Psychoedukation der Bezugspersonen, Beratung und Anleitung im Umgang mit Symptomen der Essstörung und/oder komorbiden Problemen. Auch Familiensitzungen zum Thema Kommunikations- und Problemlösetraining können sinnvoll sein.

Dr. rer. medic. Lydia Dachs

Dr. rer. medic. Lydia Dachs, Dipl.-Psych.

Leitung Spezialambulanz Essstörungen und Anleitung von Psychotherapeuten im Praktikum (PiP)

Psychologische Psychotherapeutin, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin

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