Behandlung von Tic-Störungen

AKIP-Evaluation aktuell: Juni 2013

Aktuelle Forschungsergebnisse und Publikationen aus dem Ausbildungsinstitut für Kinder- Jugendlichenpsychotherapie an der Uniklinik Köln (AKiP)

Thema: Behandlung von Tic-Störungen

Abstract:

Fragestellung: Mit der vorliegenden Studie soll das Training der Reaktionsumkehr erstmals im deutschen Sprachraum mit gruppenstatistischen Ansätzen auf seine Wirksamkeit hinsichtlich mehrerer Zielgrößen bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Tic-Störungen überprüft werden. Die Intervention wird anhand eines Trainingsmanuals operationalisiert. Methodik: Es wurden 16 Kinder/Jugendliche behandelt. Es wurden sowohl Verhaltensbeobachtungen als auch Eltern-, Selbst- und klinische Urteile zur Erfassung der Tic-Symptomatik eingesetzt. Die Wirksamkeit einer Intensivinterventionsphase wird außerdem im Vergleich zu einer Minimalinterventionsphase untersucht. Ergebnisse: Die Studie liefert erste Hinweise auf die Akzeptanz und Effektivität des neu entwickelten Therapieprogramms. Schlussfolgerungen: Das Therapieprogramm erwies sich als gut einsetzbar. Weitere Studien sind jedoch notwendig, um die Wirksamkeit der Intervention abzusichern

Abstract:

Fragestellung: Mit der vorliegenden Studie soll erstmals im deutschen Sprachraum mit gruppenstatistischen Ansätzen das Training der Reaktionsumkehr hinsichtlich seines Einflusses auf komorbide Symptome und der subjektiven Beeinträchtigung bei der Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit chronischen Tic-Störungen überprüft werden. Methodik: Es wurden 16 Kinder/Jugendliche behandelt. Es wurden sowohl Eltern- als auch Selbsturteile zur Erfassung komorbider Symptome (ADHS, Angst und Zwang, Depression) eingesetzt. Der Zusammenhang zwischen der Ausprägung der Tic-Symptomatik und der komorbiden Symptomatik zu Behandlungsbeginn wurde ebenfalls geprüft. Ergebnisse: Diese Studie liefert erste Hinweise hinsichtlich des Rückgangs komorbider Symptome bei einer primären Behandlung der Tic-Symptomatik. Des Weiteren ist ein Zusammenhang komorbider Symptome und der Tic-Ausprägung im Elternurteil festzustellen. Schlussfolgerungen: Die Indikation einer primär auf die Tic-Symptomatik ausgerichtete Therapie bei bestehenden komorbiden Symptomen im Hintergrund ist gerechtfertigt, da sich die Therapie der Tic-Symptomatik positiv auf komorbide Symptome auswirkt.